Dazu müsse die Politik den Bergbauunternehmen entsprechende Auflagen erteilen, bestätige auch Wolfgang Neskovic. Der parteilose Bundestagskandidat hatte am Montagabend zum Austausch über Hochwasserschutz, den Klimawandel und vor allem die Eisenspree ins Bergschlösschen geladen.

BTU-Hydrochemiker Schöpke erörterte die Maßnahmen gegen die Verockerung der Spree: Neben der klassischen Grubenwasser-Reinigung und der flussnahen Wasserbehandlung gäbe es auch unterirdische Dichtwände. Allesamt kostspielige und langfristige Lösungen. "Die Politik läuft dem Problem hinterher."

Seit Monaten wird in der Lausitz über die Eisenbelastung der Spree und ihrer Zuflüsse diskutiert. Der braune Schlamm, auch "Ocker" genannt, ist zwar nicht giftig, färbt die Flüsse aber braun und gefährdet Kleinstlebewesen. Seit Stilllegung alter Tagebaue steigt das Grundwasser wieder an und spült mit dem Eisenhydroxid auch Sulfat in die Flüsse. "Die langfristige Wirkung der Sulfatbelastung auf das Ökosystem ist umstritten", sagte das Cottbuser Attac-Mitglied Schöpke.

Das bestätigte auch Landesgeschäftsführer Axel Kruschat vom Bund für Umwelt und Naturschutz: "Darüber gibt es nur wenige Untersuchungen und Aussagen von Experten." Er ermutigte die rund 20 Zuhörer weiter gegen das Problem braune Spree vorzugehen. "Jede Umweltbewegung hat einmal klein angefangen."