Das Land Brandenburg will, dass eine Ortsumgehung für die vom Straßenlärm sehr geplagten Dörfer an der B 169 als Projekt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Die Bundesländer sind derzeit aufgefordert, ihren Bedarf für die nächste Fortschreibung des Verkehrswegeplans anzumelden. "Aus diesem Grund hat Brandenburg eine Schwachstellenanalyse im Bundesfernstraßennetz erstellen lassen. Der Streckenabschnitt der B 169 zwischen Klein Gaglow und der Kreuzung bei Schorbus wurde als Schwachstelle erkannt. Inzwischen sind zwei Varianten für Umgehungsrouten entwickelt worden", sagt Dieter Manteufel vom Landesbetrieb Straßenwesen in Cottbus.

Variante A wird vom Landesbetrieb Straßenwesen favorisiert: Die Umgehungsstrecke verläuft vom Autobahn-Anschluss Cottbus-West aus der vorhandenen Anschlussstelle heraus östlich an Klein Gaglow vorbei. Am Kreuzungspunkt mit der L 50 müsste eine Brücke gebaut werden. Nördlich von Klein Oßnig würde die Strecke die B 169 kreuzen und westlich an Klein Oßnig vorbei nach Süden führen und kurz vor der Kreuzung bei Schorbus wieder in die B 169 einmünden.

"Das ist eine Lösungsmöglichkeit, die in Frage kommt. Falls diese Variante umgesetzt würde, könnte sich die Streckenführung in den nachfolgenden Planungsstufen im Detail noch verändern", betont Manteufel.

Die Stadt Cottbus bevorzugt Variante B: Danach würde in der Höhe von Hänchen eine neue Autobahnanschlussstelle entstehen. Die vorhandene Anschlussstelle Cottbus-West müsste wahrscheinlich aufgegeben werden. Das würde eventuell der Bund fordern. Die neue Umgehungsstrecke würde westlich der Neuen Siedlung an Klein Oßnig vorbeiführen und wie Variante A nördlich der Kreuzung bei Schorbus wieder in die B 169 münden. Laut Dieter Manteufel erhofft sich die Stadt von dieser Variante eine bessere Erschließung des TIP-Geländes. "Variante A ist aber weniger aufwendig und hätte deshalb bessere Realisierungschancen", vermutet der Planungsleiter des Landesbetriebes Straßenwesen.

Damit das Projekt überhaupt eine Chance habe, in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen und umgesetzt zu werden, gelte es jetzt, sich auf eine der beiden vorliegenden Varianten zu einigen.

"Alle Ländermaßnahmen werden vom Bund bewertet. Danach wird unter anderem mit Blick auf die Finanzierbarkeit der Projekte der Maßnahmenplan erstellt. Noch sind aber noch lange nicht alle der Projekte des aktuellen Verkehrswegeplanes umgesetzt. Wie schnell die Liste abgearbeitet wird, hängt davon ab, wie viel Geld die Bundesregierung im Haushalt für den Straßenbau bewilligt", erklärt Manteufel. Nach seiner Einschätzung kann deshalb eine Ortsumgehung, sofern sie überhaupt gebaut werden wird, keine schnelle Lösung für das Problem des Straßenlärms der Menschen in Klein Gaglow und Klein Oßnig sein.