Das erste von elf Tunnelelementen der 1,4 Kilometer langen Betonröhre werde innerhalb der nächsten zehn Tage auf den Meeresgrund abgesenkt, sagte der türkische Verkehrsminister Binali Yildirim gestern. Der genaue Zeitpunkt hänge von den Wetter- und Strömungsbedingungen ab. Im Abstand von etwa zwei Monaten sollen die übrigen Rohrabschnitte folgen.
Der in 60 Meter Tiefe unter dem Meeresspiegel geplante Tunnel durchquert die Meerenge zwischen Sirkeci (Europa) und Üsküdar (Asien) an ihrer südlichen Einmündung ins Marmarameer. Nach Fertigstellung des auf drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) veranschlagten Projekts sollen bis zu 150 000 Passagiere pro Stunde den Bosporus unterqueren. Ausgeführt wird das Projekt von einem japanischen Firmenkonsortium. Bereits Ende 2006 war mit dem Vortrieb von Tunnelröhren auf dem Festland begonnen worden, die den Unterwassertunnel mit den bestehenden Bahnstrecken auf beiden Seiten des Bosporus verbinden sollen.
Drei neue unterirdische Bahnhöfe befinden sich ebenfalls im Bau. Die Auftragsvergabe für Züge, die unter dem Bosporus verkehren sollen, soll nach Angaben von Minister Yildirimim April ausgeschrieben werden. () (dpa/uf)