Nach sechs Monaten, fünf, oder schon nach drei Monaten? Je nach Bundesland unterscheidet es sich mittlerweile, wann die Booster-Impfung gegen Corona verabreicht werden kann.
  • Wann kann man sich in Brandenburg boostern lassen?
  • Dürfen nur Erwachsene die Booster-Impfung bekommen?

Booster gegen Corona: Ab wann in Brandenburg?

In Brandenburg halten sich die Behörden an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko).
Die Stiko empfiehlt Auffrischimpfungen wegen der Omikron-Variante des Coronavirus bereits nach mindestens drei statt nach sechs Monaten. Die Empfehlung zum verkürzten Impfabstand gelte ab sofort für Erwachsene, teilte das Gremium am Dienstag (21. Dezember) mit. Sie ziele ab auf einen verbesserten Schutz vor schweren, durch Omikron hervorgerufenen Erkrankungen in der Bevölkerung und auf eine verminderte Übertragung der Variante. Es sei damit zu rechnen, dass Omikron das Infektionsgeschehen hierzulande „innerhalb kürzester Zeit“ bestimmen werde.
Die Stiko hat für die Booster-Impfung bisher folgendes empfohlen:
  • Alle Personen ab 18 Jahren können eine Auffrischungsimpfung erhalten
  • Die Booster-Impfung kann bereits drei Monate nach der Zweitimpfung erfolgen
  • Besonders gefährdete Menschen sollen vorrangig geboostert werden
  • Die Booster-Impfung sollte mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen, entweder Moderna oder Biontech
  • Moderna sollte erst ab 30 Jahren verwendet werden

Boostern nach drei Monaten: Ist das sinnvoll?

Biontech-Gründer Ugur Sahin hatte sich angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante für eine frühere dritte Impfung ausgesprochen. „Mit Blick auf Omikron sind zwei Dosen noch keine abgeschlossene Impfung mit ausreichendem Schutz. Wenn sich Omikron, wie es aussieht, weiter ausbreitet, wäre es wissenschaftlich sinnvoll, bereits nach drei Monaten einen Booster anzubieten“, sagte er kürzlich dem „Spiegel“.
Auch nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA von vor rund anderthalb Wochen können Booster-Impfungen schon nach drei Monaten erfolgen. Ungeachtet der Empfehlungen, die Auffrischung nach sechs Monaten zu verabreichen, „sprechen die derzeit verfügbaren Daten für eine sichere und wirksame Auffrischungsdosis bereits drei Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung“, hatte der EMA-Direktor für Impfstrategie, Marco Cavaleri, am 9. Dezember gesagt.

Omikron: Wie gut schützt der Booster gegen die neue Variante?

Besser als nach zwei Impfungen, aber keineswegs perfekt. Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek etwa warnte vorige Woche vor überhöhten Erwartungen an die Auffrischungsimpfung und vor Nachlässigkeit bei Verhaltensregeln. „Im Moment habe ich das Gefühl, dass vermittelt wird: Lassen Sie sich boostern und die Welt ist wieder gut. Das ist nicht so.“ Sie verwies auf Fälle von bereits geboosterten Menschen, die sich selbst infiziert und auch andere Personen angesteckt hätten. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) twitterte am Sonntag, der wahrscheinlichste Wert seien 70 bis 80 Prozent Schutz vor einer Infektion mit Symptomen. Ohne Booster sei der Schutz zu schwach. Auch die Zeit, die seit dem Booster vergangen ist, spielt laut Ciesek eine Rolle: Nach einigen Monaten falle der Schutz vor Infektion erneut ab.