Die Messerattacke unweit eines Supermarktes in Altdöbern war das blutige Ende eines Nacht-Angelns, das nach Angaben des Angeklagten wie auch des Geschädigten feucht-fröhlich begonnen hatte. Zankapfel war offensichtlich die damalige Verlobte des mutmaßlichen Täters, für die sich seit einem zufälligen Zusammentreffen am Osterfeuer 2011 auch der später Verletzte interessierte.

Die beiden Männer sowie die junge Frau hatten sich am Tattag zu einem Nachtangeln mit Freunden an einem See in Altdöbern getroffen. Während des Wartens auf das Anbeißen der Fische wurden Bier, Wein und Likör getrunken. Mehr oder weniger schwer angeheitert war es dann auf dem Heimweg zu einem Streit zwischen dem verlobten Paar gekommen. Das Opfer hatte nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft schlichten wollen und sei dabei vom Angeklagten mit elf Messerstichen in Kopf, Hals und Brust lebensgefährlich verletzt worden.

Nach einer Notoperation musste der Verletzte mehrere Tage im Krankenhaus betreut werden und ist auch mehr als fünf Monate nach der Attacke noch immer krankgeschrieben.

Der Angeklagte räumte ein, dass er der Versicherung seiner Verlobten, dass es sich beim Nebenbuhler nur um eine Bierfreundschaft handelt, nicht so recht geglaubt hatte. Der Streit sei entstanden, weil die Verlobte die Herausgabe des gemeinsamen Haustürschlüssels verlangt habe. An den genauen Tatablauf könne er sich jedoch nicht erinnern.

Nach Aussage des Geschädigten habe sich der Täter sofort auf ihn gestürzt. Er sei schon nach dem ersten Stich zu Boden gestürzt, alles andere habe er dann nicht mehr mitbekommen.

Im Gerichtssaal entschuldigte sich der Angeklagte beim Opfer, das nur durch Glück am Leben blieb.

Der Prozess wird am 11. November fortgesetzt. Das Urteil ist für Ende des Monats vorgesehen.