Kein Vorbild, leider. Das sagt so mancher Autofahrer im Spreewald. Der Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt hat das Blitzen von Temposündern abgeschafft. Zumindest, was die kreisliche Hoheit betrifft. Aus Kostengründen, wie es heißt. Bleiben Polizei und größere Städte, die weiter fotografieren.

Für die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald ist das kein Vorbild. Beide Kreisverwaltungen würden zudem wirtschaftliche Argumente nur bedingt gelten lassen.

„Wir hatten noch nie so wenige Verkehrstote wie 2010“, sagt Manfred Hartfelder, Leiter der Straßenverkehrsbehörde von Dahme-Spreewald. Das habe nur erreicht werden können, weil vorbeugend der Verkehr kontrolliert werde. „Hauptanliegen war und bleibt der erzieherische Wert der Blitzer“, sekundiert Kreissprecherin Heidrun Schaaf.

Zudem sieht sich der LDS-Kreis in einer glücklichen Lage: Die Bußgeldstelle „erwirtschaftet“ seit 1993 Überschüsse. Die können sich schon mal auf bis zu einer halben Million Euro belaufen. Maßstab, so Hartfelder, sei nicht das wirtschaftliche Ergebnis. Im vergangenen Jahr wurden etwa zwei Millionen Fahrzeuge per Blitzer kontrolliert. Etwa 35 000 davon fuhren zu schnell, zehn und mehr Kilometer pro Stunde. Damit habe sich die Zahl der Temposünder binnen zehn Jahren etwa halbiert. Das und sinkende Unfallzahlen seien „das wesentliche Ergebnis“. Der LDS-Kreis betreibt neun stationäre Blitzer sowie mobile Anlagen. Zudem arbeite das Auswertsystem effektiv. Die Bußgeldstelle hat sieben Beschäftigte.

Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz unterstützt der Kreis die Polizei bei den Geschwindigkeitskontrollen. Sprecherin Dunja Matschke: „Aufgrund der eng begrenzten finanziellen Leistungsfähigkeit des Kreises konzentriert sich die Verwaltung auf die mobile Geschwindigkeitsüberwachung.“ Zusätzliche Investitionen in die kostenintensiveren stationären Blitzer seien auch künftig nicht abzusehen. Dunja Matschke betont: „Die Überwachung durch den Landkreis war und ist nicht auf einen Ertrag ausgelegt, sondern erfolgt präventiv aus der Entwicklung des Unfallgeschehens heraus.“ Dabei konzentrieren sich die Kontrolleure überwiegend auf Unfallschwerpunkte, Gefahrenstellen sowie Schulwege, Tempo-30-Zonen oder die Nähe von Kindergärten. Immerhin konnte auch der OSL-Kreis die Einnahmen steigern. Waren es 2008 noch 387 000 Euro (aus 11 300 Fälle), kamen 2009 schon 404 400 Euro zusammen (12 000 Fälle). Knapp 13 000 Fälle brachten im vergangene Jahr immerhin mehr als 484 000 Euro für die Kreiskasse. Die Erhöhung, so die Sprecherin, sei einerseits durch die steigende Zahl der ausgelösten „Blitze“ zu erklären. Andererseits gebe es teilweise höhere Bußgelder.