"Kinder haben Rechte, doch die wenigsten Leute wissen, dass es so etwas wie ein Kinderrecht überhaupt gibt", begründet Haehnel das Anliegen der Ausstellung. Die von über 1000 Kindern und Jugendlichen in einem Kindercamp gestalteten Aufsteller sind Teil der Aktion "Hand in Hand für Kinderrechte" des Jugendverbands Die Falken und als Wanderschau auf Tour.

"Die Ausstellung war toll, aber was mein wichtigstes Recht ist, muss ich noch überlegen", sagte Lilli Jaehn von der Grundschule Keune, die mit ihrer Klasse am gestrigen Dienstag die Ausstellung besucht hat.

Nadine Schuhart hat festgestellt: "Die meisten Kinder wünschen sich ein Recht auf Freizeit. Ausreichend unverplante, freie Zeit, in der sie tun und lassen können, was sie möchten." In einem Utopiehimmel konnten die Kinder "hemmungslos herumspinnen", was sie ändern würden, wenn sie könnten. "Sinn und Zweck ist es, den Kindern zu erklären, dass sie nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte haben", erklärt Schuhart. Die Botschaft der Ausstellung an ihre jungen Besucher: Ihr habt ein Recht darauf mitzubestimmen!

Bereits 1989 wurde von den Vereinten Nationen (UN) eine Kinderrechtskonvention erarbeitet. Beim Weltkindergipfel 1990 in New York verpflichteten sich die Regierungsvertreter aus der ganzen Welt zur Anerkennung der Rechte. In der Bundesrepublik wurde sie noch im selben Jahr unterzeichnet und trat zwei Jahre später in Kraft.

"Kinder sollten viel mehr in Gestaltungsprozesse einbezogen werden", erklärt Haehnel die Folgen daraus. "Es fehlt das Bewusstsein, dass man Kinder auch nach ihrer Meinung fragt." Oft würden für Kinder Plätze geschaffen, die von ihnen wenig angenommen werden. "Erst hinterher fragt man die Kinder, warum", kritisiert Haehnel.

Dass Kinder ihre Rechte einfordern können, "das ist noch schwierig", sagt Haehnel, "weil die Kinderrechte noch nicht im Gesetz festgeschrieben sind."

"Es ist wichtig, dass Kinder Zuhörer und Unterstützung finden", pflichtet Nadine Schuhart bei. Dann könnten mit Hilfe von Vereinen wie dem Forster Nix-Verein Projekte ins Leben gerufen und die Ideen der Kinder und Jugendlichen verwirklicht werden. Lehrer haben bereits ihr Interesse bekundet, mit ihren Schülern die Ausstellung im Rahmen des Sach- oder Sozialkundeunterrichts in den kommenden Tagen zu besuchen.

In Forst kann die Ausstellung bis Anfang November besichtigt werden. Danach ist Station in Spremberg.