Die Bergung des Wracks der havarierten "Costa Concordia" wird nach Schätzung der Reederei 500 Millionen Euro kosten und damit mehr als doppelt so teuer wie zu Beginn veranschlagt. Das Kreuzfahrtschiff soll im September vor der italienischen Insel Giglio aufgerichtet und später weggeschleppt werden. Die hohen Kosten werden von einem Versicherungskonsortium getragen.

"Man kann dieses Jahr nicht ausschließen, aber das nächste Jahr ist wahrscheinlicher", sagte Projektleiter Franco Porcellacchia von der Reederei Costa Crociere der Nachrichtenagentur dpa auf die Frage, wann die Arbeiten voraussichtlich enden.

Rund 500 Spezialisten arbeiten rund um die Uhr in Schichten, um das Wrack zu bergen. Zu Beginn des Projekts im Mai 2012 waren für die laut Porcellacchia einzigartige Aktion Kosten von etwa 236 Millionen Euro und eine avisierte Dauer von einem Jahr angegeben worden.

Die "Costa Concordia" war im Januar 2012 vor der Toskana-Insel Giglio gekentert. Bei dem Unglück starben 32 Menschen, darunter auch zwölf Deutsche.

Der Prozess gegen Kapitän Francesco Schettino sollte bereits am vergangenen Dienstag losgehen. Das Gericht vertagte den Prozess jedoch wegen eines Streiks der Anwälte gleich nach Beginn auf den kommenden Mittwoch, den 17. Juli. Schettino werden unter anderem fahrlässige Tötung und Körperverletzung, Havarie und das Verlassen des Schiffes während der Evakuierung vorgeworfen.