Für Angestellte und Arbeiter gelten bundesweit einheitliche Kündigungsfristen, wenn sie sich nach dem Gesetz richten und nicht tarif- oder einzelvertraglich anders geregelt sind. Grundsätzlich kann mit einer vierwöchigen Frist zum 15. oder zum Letzten eines Kalendermonats gekündigt werden. Beispiel: Eine Kündigung zum 31. Juli 2009 muss dem Arbeitnehmer spätestens am 3. Juli 2009 zugegangen sein. Am 4. Juli 2009 wäre eine Kündigung zum Monatsletzten nicht mehr möglich, da der Zeitraum zwischen Zugang der Kündigung und Kündigungstermin keine 28 Tage mehr beträgt.Fristen verlängern sichDie Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich, wenn der Arbeitnehmer längere Zeit in dem Betrieb beschäftigt ist. Nach einer Betriebszugehörigkeit von zwei Jahren kann vom Arbeitgeber nur mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende gekündigt werden. Nach fünf Jahren beträgt die Frist zwei Monate, nach acht Jahren drei Monate, nach zehn Jahren vier Monate, nach zwölf Jahren fünf Monate, nach 15 Jahren sechs Monate und nach 20 Jahren sieben Monate. Berechnet wird die Betriebszugehörigkeit vom 25. Lebensjahr an.In Tarifverträgen können sachliche Gründe angeführt sein, für Angestellte und Arbeiter unterschiedliche Kündigungsfristen vorzusehen. Ein Beispiel sind Sonderkündigungsfristen für Spezialisten. Das Bundesarbeitsgericht hat in diesem Zusammenhang zwar entschieden, dass die Grundkündigungsfristen von Arbeitern per Tarifvertrag kürzer sein dürfen als die für Angestellte, wenn bei der Personalplanung "für Arbeiter eine größere Flexibilität nötig" ist. Allerdings dürfen "lang dienende" Arbeiter (hier: nach zwölf Jahren Betriebszugehörigkeit) nicht mehr schlechter gestellt sein als Angestellte.Während der Probezeit, die höchstens sechs Monate dauern darf, kann das Arbeitsverhältnis generell mit einer Frist von zwei Wochen zu jedem beliebigen Tag aufgelöst werden - es sei denn, laut Tarif- oder Arbeitsvertrag wären andere Fristen vereinbart. Bei Betrieben mit nicht mehr als 20 Beschäftigten (ohne Auszubildende) darf zudem vereinbart werden, dass in den ersten zwei Jahren des Arbeitsverhältnisses zu jedem Tag mit einer vierwöchigen Frist gekündigt werden kann. Ging beispielsweise die Kündigung am 5. Juni zu, kann das Arbeitsverhältnis am 3. Juli enden. Kleine UnternehmenIn Kleinbetrieben gelten die strengen Kündigungsschutzvorschriften nicht. Die Arbeitgeber können sich unter erleichterten Bedingungen von Mitarbeitern trennen - allenfalls ein "gewisses Maß an sozialer Rücksichtnahme" kann von ihnen erwartet werden. Eine Sozialauswahl brauchen sie jedoch nicht zu treffen. Als Kleinbetriebe gelten Unternehmen, denen regelmäßig maximal zehn Beschäftigte angehören. Auszubildende zählen nicht mit. Bei Teilzeitkräften auf 0,5- beziehungsweise 0,75-Prozent-Basis wird die wöchentliche Stundenzahl angerechnet. Bei Arbeitsverträgen, die vor 2004 geschlossen wurden, gilt noch die alte Fünf-Arbeitnehmer-Klausel. Waren zum Beispiel Ende 2003 regelmäßig sechs Mitarbeiter im Betrieb, so haben sie auch jetzt noch Kündigungsschutz, weil sie weiterhin unter die alte Fünfer-Regelung fallen. Sind seit 2004 drei weitere Arbeitskräfte angeheuert worden, so haben diese keinen Kündigungsschutz, da für sie bereits die Zehn-Arbeitnehmer-Grenze gilt. Erst wenn durch Neueinstellungen mindestens 4,5 zusätzliche Köpfe hinzukommen, haben alle Beschäftigten Kündigungsschutz. Denn nun arbeiten in der Firma mehr als zehn Personen.Und um die Vielfalt zu komplettieren: Endet jetzt ein Arbeitsverhältnis einer schon vor 2004 der Firma angehörenden Kraft, so endet auch der Kündigungsschutz der übrigen Mitarbeiter mit altem Vertrag, weil deren Gesamtzahl ja nun auf fünf gesunken ist. In der nächsten Folge: die Abfindung