Bildergalerie Lost Places: Ein kurzlebiges Stadion

Nur vier Jahre lang hat die BSG Aktivist Schwarze Pumpe in der damals neu errichteten Philipp-Müller-Kampfbahn gespielt. Die großen Erfolge von „Pumpe“ folgten fast alle später – und für den ganz großen, den Aufstieg in die Oberliga, hat es nie gereicht. Sechzig Jahre nachdem die BSG nach Hoyerswerda weiter gezogen ist, ist das Stadion verfallen – und Spreetal wenig mehr als ein kleines Dorf an einer Bundesstraße.

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Über dieses Portal für das Stadion führte einst eine Brücke, die daraus einen regelrechten Spielertunnel machte.
Über dieses Portal für das Stadion führte einst eine Brücke, die daraus einen regelrechten Spielertunnel machte. © Foto: Daniel Roßbach
Die  "Philipp Müller-Kampfbahn" in Spreetal im Panorma.
Die "Philipp Müller-Kampfbahn" in Spreetal im Panorma. © Foto: Daniel Roßbach
Ronny Klein, der eine Chronik der BSG Aktivist Schwarze Pumpe geschrieben hat, sagt: "Vor zehn Jahren sah das noch völlig anders aus."
Ronny Klein, der eine Chronik der BSG Aktivist Schwarze Pumpe geschrieben hat, sagt: "Vor zehn Jahren sah das noch völlig anders aus." © Foto: Daniel Roßbach
Und erst recht natürlich, als das Stadion neu war: Kapitän, Trainer und Vereinsbosse lassen sich auf der neuen Tribüne des Stadions in Spreetal ablichten.
Und erst recht natürlich, als das Stadion neu war: Kapitän, Trainer und Vereinsbosse lassen sich auf der neuen Tribüne des Stadions in Spreetal ablichten. © Foto: Ronny Klein
Inzwischen jedoch ist das Stadion ziemlich vollständig verwildert.
Inzwischen jedoch ist das Stadion ziemlich vollständig verwildert. © Foto: Daniel Roßbach
Das Spielfeld ist aber noch zu erahnen, denn statt dem umliegenden Wald wächst darauf ein Wiese.
Das Spielfeld ist aber noch zu erahnen, denn statt dem umliegenden Wald wächst darauf ein Wiese. © Foto: Daniel Roßbach
Das ehemalige Stadion der BSG Schwarze Pumpe , die dort um 1960 für wenige Jahre spielte, in Spreetal ist heute ein 'lost place'.
Das ehemalige Stadion der BSG Schwarze Pumpe , die dort um 1960 für wenige Jahre spielte, in Spreetal ist heute ein 'lost place'. © Foto: Daniel Roßbach
Ein Blick von der Stelle, an der einst die oberste Tribünenstufe war.
Ein Blick von der Stelle, an der einst die oberste Tribünenstufe war. © Foto: Daniel Roßbach
Die Tribünen des Stadions sind vollbesetzt - aber nicht mit Zuschauenden, sondern mit Nadelbäumen.
Die Tribünen des Stadions sind vollbesetzt - aber nicht mit Zuschauenden, sondern mit Nadelbäumen. © Foto: Daniel Roßbach
Um den Rasen des Stadions schnell anzulegen, wurde eigens eine Wiese bei Spremberg gekauft und der Rasen von dort in das Stadion verpflanzt.
Um den Rasen des Stadions schnell anzulegen, wurde eigens eine Wiese bei Spremberg gekauft und der Rasen von dort in das Stadion verpflanzt. © Foto: Daniel Roßbach
Die Bäume im Tor könnten als Ersatz-Torwart dienen.
Die Bäume im Tor könnten als Ersatz-Torwart dienen. © Foto: Daniel Roßbach
Die BSG Schwarze Pumpe schoss hier Tore, die für Aufstiege in die 2. DDR Liga sorgten.
Die BSG Schwarze Pumpe schoss hier Tore, die für Aufstiege in die 2. DDR Liga sorgten. © Foto: Daniel Roßbach
Das Stadion in Spreetal war einst für seinen guten Rasen berühmt.
Das Stadion in Spreetal war einst für seinen guten Rasen berühmt. © Foto: Daniel Roßbach
Es braucht ein bisschen Phantasie, sich hier noch den Lärm eines vollen Stadions vorzustellen.
Es braucht ein bisschen Phantasie, sich hier noch den Lärm eines vollen Stadions vorzustellen. © Foto: Daniel Roßbach
Dafür muss die Wiese nicht den Rasenmäher befürchten.
Dafür muss die Wiese nicht den Rasenmäher befürchten. © Foto: Daniel Roßbach
Ein Netz hat hier lange nicht gehangen.
Ein Netz hat hier lange nicht gehangen. © Foto: Daniel Roßbach
Das Spiel zur Einweihung des Stadions: Rechts mit Emblem und hellen Trikots die Pumpe-Mannschaft, links Halles Spieler. Im Hintergrund gut zu erkennen das Riesenbanner des Namensgebers Philipp Müller.
Das Spiel zur Einweihung des Stadions: Rechts mit Emblem und hellen Trikots die Pumpe-Mannschaft, links Halles Spieler. Im Hintergrund gut zu erkennen das Riesenbanner des Namensgebers Philipp Müller. © Foto: Ronny Klein
Hans Walter, der Trainer der Pumpe-Mannschaft mit Übungsbällen, im Hintergrund die Tribüne.
Hans Walter, der Trainer der Pumpe-Mannschaft mit Übungsbällen, im Hintergrund die Tribüne. © Foto: Ronny Klein
Am 1. Mai 1957 fand das erste Spiel hier statt, ein 1-1 gegen die HSG Wissenschaft Halle. Es kamen 1000 Zuschauer*innen.
Am 1. Mai 1957 fand das erste Spiel hier statt, ein 1-1 gegen die HSG Wissenschaft Halle. Es kamen 1000 Zuschauer*innen. © Foto: Daniel Roßbach
Das Stadion kostete einst 400.000 Mark.
Das Stadion kostete einst 400.000 Mark. © Foto: Daniel Roßbach
Eigenleistung im Wert von mehreren zehntausend Mark kamen dazu.
Eigenleistung im Wert von mehreren zehntausend Mark kamen dazu. © Foto: Daniel Roßbach
Nur vier Jahre lang spielte die BSG schließlich hier - "eine ziemliche Geldverschwendung", sagt Ronny Klein.
Nur vier Jahre lang spielte die BSG schließlich hier - "eine ziemliche Geldverschwendung", sagt Ronny Klein. © Foto: Daniel Roßbach
Wann wurde dieses Tor für ein Training da hin gelegt?
Wann wurde dieses Tor für ein Training da hin gelegt? © Foto: Daniel Roßbach
Aber in dieser historischen Spielszene mit den Pumpe-Spielern Spernau und Weihmann ist gut ersichtlich, dass der Zuschauerzuspruch im neuen Stadion nicht die Wucht war.
Aber in dieser historischen Spielszene mit den Pumpe-Spielern Spernau und Weihmann ist gut ersichtlich, dass der Zuschauerzuspruch im neuen Stadion nicht die Wucht war. © Foto: Ronny Klein
Im FDGB Pokal schlug die BSG 1961 hier die SG Dynamo Dresden.
Im FDGB Pokal schlug die BSG 1961 hier die SG Dynamo Dresden. © Foto: Daniel Roßbach
700 Zuschauer kamen damals.
700 Zuschauer kamen damals. © Foto: Daniel Roßbach
Von den 10.000 Zuschauern, die in das Stadion passen sollte, war auch das weit entfernt.
Von den 10.000 Zuschauern, die in das Stadion passen sollte, war auch das weit entfernt. © Foto: Daniel Roßbach
Das lag auch daran, dass viele Arbeiter im Kombinat, die noch keine eigenen Wohnungen hatten, sondern in Baracken wohnten, an Wochenenden zu ihren Familien fuhren.
Das lag auch daran, dass viele Arbeiter im Kombinat, die noch keine eigenen Wohnungen hatten, sondern in Baracken wohnten, an Wochenenden zu ihren Familien fuhren. © Foto: Daniel Roßbach
In ihren ersten zwei Jahren hatte die BSG in Schwarze Pumpe und Spremberg gespielt.
In ihren ersten zwei Jahren hatte die BSG in Schwarze Pumpe und Spremberg gespielt. © Foto: Daniel Roßbach
Später folgte der Umzug der BSG nach Hoyerswerda.
Später folgte der Umzug der BSG nach Hoyerswerda. © Foto: Daniel Roßbach
Dort sollte man sich schließlich als Zweitligist etablieren.
Dort sollte man sich schließlich als Zweitligist etablieren. © Foto: Daniel Roßbach
Doch 1970 wurde die Mannschaft nach sehr gutem Liga-Start noch zurückgestuft - angeblich wegen irregulärer Trainingsbedingungen für die Spieler.
Doch 1970 wurde die Mannschaft nach sehr gutem Liga-Start noch zurückgestuft - angeblich wegen irregulärer Trainingsbedingungen für die Spieler. © Foto: Daniel Roßbach
Das Stadion in Spreetal diente dann, um unbeobachtet trainieren zu können.
Das Stadion in Spreetal diente dann, um unbeobachtet trainieren zu können. © Foto: Daniel Roßbach
Auch über diese Sache ist aber inzwischen Gras (und Baum) gewachsen.
Auch über diese Sache ist aber inzwischen Gras (und Baum) gewachsen. © Foto: Daniel Roßbach
Höherklassigen Fußball gab es in Spreetal nach dem Weggang der BSG Aktivist nicht mehr.
Höherklassigen Fußball gab es in Spreetal nach dem Weggang der BSG Aktivist nicht mehr. © Foto: Daniel Roßbach
Und das einst moderne Stadion wurde zunächst von der Feuerwehr im Ort, später nicht mehr genutzt.
Und das einst moderne Stadion wurde zunächst von der Feuerwehr im Ort, später nicht mehr genutzt. © Foto: Daniel Roßbach
Die nutzte den Platz für ihre Löschübungen.
Die nutzte den Platz für ihre Löschübungen. © Foto: Daniel Roßbach
Im Stadion spielte die BSG gegen Gegner wie den 1. FC Union Berlin.
Im Stadion spielte die BSG gegen Gegner wie den 1. FC Union Berlin. © Foto: Daniel Roßbach
Nach der Wende blieb Pumpe in Hoyerswerda, aber konnte sportlich nicht mehr wirklich an Erfolge anknüpfen.
Nach der Wende blieb Pumpe in Hoyerswerda, aber konnte sportlich nicht mehr wirklich an Erfolge anknüpfen. © Foto: Daniel Roßbach
Denn mit dem Kombinat fehlte das wirtschaftliche Rückgrad.
Denn mit dem Kombinat fehlte das wirtschaftliche Rückgrad. © Foto: Daniel Roßbach
Die Nachfolge-Unternehmen ESPAG und LAUBAG investierten nicht in Sponsoring des Fußballs.
Die Nachfolge-Unternehmen ESPAG und LAUBAG investierten nicht in Sponsoring des Fußballs. © Foto: Daniel Roßbach
Einige Spieler und Trainer, die bei Pumpe groß wurden, sind aber auch heute noch im Profifußball aktiv.
Einige Spieler und Trainer, die bei Pumpe groß wurden, sind aber auch heute noch im Profifußball aktiv. © Foto: Daniel Roßbach
Zu ihnen gehört etwa Thomas Hoßmang, heute Trainer des 1. FC Magdeburg.
Zu ihnen gehört etwa Thomas Hoßmang, heute Trainer des 1. FC Magdeburg. © Foto: Daniel Roßbach
Das ehemalige Stadion der BSG Schwarze Pumpe , die dort um 1960 für wenige Jahre spielte, in Spreetal ist heute ein 'lost place'.
Das ehemalige Stadion der BSG Schwarze Pumpe , die dort um 1960 für wenige Jahre spielte, in Spreetal ist heute ein 'lost place'. © Foto: Daniel Roßbach
Vor dem Stadion ist das Bergbauerbe des Ortes präsent.
Vor dem Stadion ist das Bergbauerbe des Ortes präsent. © Foto: Daniel Roßbach
Vor dem Stadion ist das Bergbauerbe des Ortes präsent.
Vor dem Stadion ist das Bergbauerbe des Ortes präsent. © Foto: Daniel Roßbach
Das Stadion-Areal ist aber noch nicht ganz verlassen: Das Vorgelände des eigentlichen Stadions wird noch von den Spreetalern genutzt.
Das Stadion-Areal ist aber noch nicht ganz verlassen: Das Vorgelände des eigentlichen Stadions wird noch von den Spreetalern genutzt. © Foto: Daniel Roßbach
Der Dorfclub dort ist noch aktiv.
Der Dorfclub dort ist noch aktiv. © Foto: Daniel Roßbach
Auch anderswo in Spreetal ist der Verfall zu sehen.
Auch anderswo in Spreetal ist der Verfall zu sehen. © Foto: Daniel Roßbach
Das ehemalige Stadion der BSG Schwarze Pumpe wurde später vom SC Dynamo genutzt - davon kündet das Tor zum Stadion.
Das ehemalige Stadion der BSG Schwarze Pumpe wurde später vom SC Dynamo genutzt - davon kündet das Tor zum Stadion. © Foto: Daniel Roßbach