"O'zapft is" heißt es am heutigen Sonnabend in München: Mit dem Anzapfen des ersten Fasses Bier eröffnet Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) um 12 Uhr das Oktoberfest.

Bis zum 6. Oktober werden rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt erwartet. Die große Mehrzahl der Gäste - egal ob aus Bayern oder von weit angereist - kleidet sich in Tracht. Dabei sind die Wiesngänger extrem unterschiedlich. Italiener, Australier und einheimische Partygänger feiern gemeinsam in den Zelten. Der Preis für eine Maß Bier liegt mit durchschnittlich 9,66 Euro nur noch knapp unter der Zehn-Euro-Marke.

Bei der Bierprobe waren die Braumeister der sechs Wiesnbier-Brauereien am Dienstagabend ins Schwärmen gekommen. Wie "angefärbtes Herbstlaub" beschrieb der Braumeister von Löwenbräu, Christoph Tenge, das Wiesnbier seiner Brauerei. "Satt und rund im Körper" sei das Paulaner, pries Christian Dahncke seinen Gerstensaft. "Eine tolle Schaumhaftung" stellte Werner Mayer bei seinem Augustiner fest.

Zu den Neuheiten bei den Fahrgeschäften zählen die einem griechischen Tempel nachempfundene neue Abenteuerbahn "Odysseus". Ebenfalls neu ist die schlangenähnliche Achterbahn "Cobra", mit der es im Looping durch den Dschungel gehen soll.

Nach einer einjährigen Pause gibt es 2013 wieder eine "Oide Wiesn". Mit historischen Fahrgeschäften und traditioneller Blasmusik geht es hier etwas abseits vom lauten Getümmel im Süden des Festgeländes gemütlicher und traditioneller zu.

Für Christian Ude ist es das letzte Mal, dass er das Oktoberfest eröffnet, denn bei der Kommunalwahl im März 2014 kann der 65-Jährige aus Altersgründen nicht mehr antreten. Wehmütig oder melancholisch sei er aber noch nicht: "Dafür ist gar kein Platz. Spätestens um kurz vor zwölf meldet sich tatsächlich das Lampenfieber", sagte er am Donnerstag. Die Wehmut komme erst, wenn 16 Tage später die Wiesn-Lichter wieder ausgehen: "Da werden mir möglicherweise auch die Tränen kommen."

Beim Anstich will Ude keine Experimente wagen: "Ich fände es schon schön, wenn es wieder mit zwei Schlägen klappt. Da habe ich schon den Ehrgeiz." Noch wichtiger sei allerdings, dass es ein friedliches und sicheres Fest wird. "Ich wünsche mir, dass alle gesund wieder heimkommen, wenn sie ihren Spaß hatten", sagte Wiesn-Chef Dieter Reiter. Er hoffe außerdem auf 16 Tage schönes Wetter. Laut Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes ist das nicht so abwegig. Wenn nicht, gibt es ja noch die Bierzelte. Das größte ist das Hofbräuzelt mit 10 000 Sitzplätzen inklusive Biergarten. 2012 tranken die sechs Millionen Gäste des Oktoberfestes insgesamt 7,4 Millionen Maß Bier. Sie aßen 115 000 Paar Schweinswürste, 509 000 Brathähnchen, fast 59 000 Schweinshaxen, 116 Ochsen und 85 Kälber.