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| 02:39 Uhr

Bezahlen mit Plastik beliebt

Berlin. Im Ausland oder beim Online-Shopping sind Kreditkarten praktisch. Doch während manche Plastikkärtchen Vorteile bieten, locken andere in die Schuldenfalle. Welche unterschiedlichen Kartentypen es gibt und wie sie funktionieren. Leonard Kehnscherper

Gut jeder dritte Deutsche bezahlt am liebsten mit der Karte, Tendenz steigend. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Allensbach-Instituts für Demoskopie. Wer viel im Internet einkauft, braucht dafür oft auch eine Kreditkarte. Der Vorteil, die Umsätze werden gesammelt und meist nur einmal im Monat abgebucht. "Der Kunde profitiert also von einem Zahlungsaufschub", erklärt Anne van Dülmen vom Bundesverband deutscher Banken. Doch wer sich eine Kreditkarte anschaffen möchte, sollte vorher einige Dinge beachten: "Verbraucher sollten schauen, welche Jahresgebühr anfällt, was eine Bargeldabhebung kostet, und was für die Kartennutzung außerhalb der Euroländer berechnet wird", rät Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest.

"Kreditkarten werden von Banken vergeben, sind aber nicht unbedingt an ein Girokonto gebunden", erklärt sie. Das bedeutet: Kunden können sich einen günstigen Anbieter aussuchen. Backofen empfiehlt Gelegenheitsnutzern eine preiswerte Kreditkarte ohne Zusatzleistungen. "Vielnutzer wählen eine Karte am besten danach, welche Leistung sie am häufigsten in Anspruch nehmen." Dann könnten sie etwa Flugmeilen sammeln, beim Tanken sparen oder von bestimmten Versicherungen profitieren.

Am stärksten in Deutschland verbreitet ist die Charge Card. Bei ihr werden die Umsätze einmal im Monat abgerechnet und per Lastschrift vom Girokonto eingezogen. Kreditzinsen fallen nicht an.

Anders bei der Debit Card: "Hier werden alle Umsätze noch am selben Tag gebucht, und es fallen Zinsen an", erklärt Backofen. Die Buchung erfolgt auf ein Kreditkartenkonto oder auf ein Girokonto, an das die Kreditkarte angebunden ist. Dann gibt es noch Credit Card. Backofen warnt ausdrücklich: Hier werde lediglich ein Teilbetrag vom Konto abgebucht - etwa nur 25 Prozent der fälligen Summe. Für den Betrag, den der Kunde nicht ausgleicht, muss er Kreditzinsen zahlen. Diese werden jeweils monatlich mit der nächsten Abrechnung eingefordert. Mit jeder weiteren Buchung über die Karte erhöht sich sofort die Kreditsumme - hier besteht die Gefahr, in einen teuren Dauerkredit zu rutschen.

Weniger gefährlich erscheinen da Prepaid-Karten. Sie eignen sich für Jugendliche, die im Ausland unterwegs sind. "Die Eltern können von zu Hause Geld auf die Karten laden, falls das Guthaben mal nicht reicht", erklärt Scherfling. Geeignet sind sie auch für Freiberufler und Selbstständige, die keine klassische Kreditkarte bekommen, weil Anbieter einen regelmäßigen Geldeingang in bestimmter Höhe verlangen.

Der Kunde kann auch hier ins Minus rutschen. Das sei zum Beispiel möglich, wenn die Jahresgebühren fällig werden. Verbraucher sollten bei ihrer Bank also nachfragen.