Hochglanzmappen werben mit den Vorzügen des Logistik-Standortes. Platz gibt es im Gewerbegebiet, eine perfekte Verkehrsanbindung und die zolltechnische Abfertigung zum Transport über den europäischen Korridor bis in die Ukraine. „LIZ“ heißt das Zauberwort, unter dem sich die Forster Logistik in den kommenden Jahren entwickeln soll – Logistik- und Industriezentrum Lausitz. Das zuletzt im nichtöffentlichen Teil der Stadtverordnetenversammlung vorgestellte Strategiepapier der Firma ipg aus Potsdam sieht als Ergebnis sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten für die Entwicklung der Logistik in Forst.

Allein die Pläne hätten bereits die Aufmerksamkeit von Unternehmen auf Forst gelenkt, so Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP). Zudem hätten die Logistikpläne in Forst auch dafür gesorgt, dass der Bahnhofsausbau in der Kreisstadt die Dimensionen angenommen hat, die jetzt zu begutachten sind. Goldschmidt erklärt das so: Die Bahn sei auch im Logistiknetzwerk Berlin Brandenburg und der Forster Bahnhof deshalb derart für den Güterverkehr ausgestattet worden. Die verkehrstechnischen Vorteile haben offenbar auch bei der Ansiedlung des Unternehmens FFK Environment eine Rolle gespielt. Im September war die Übernahme des ursprünglich für die Solarglasproduktion gebauten Werkes im Gewerbegebiet bekannt gegeben worden. Zwar ist bisher noch nicht viel zu sehen von der angekündigten Produktion von Kompositpellets zur Energiegewinnung aus Biomasse auf 12 000 Quadratmetern. Doch das habe nur einen Grund, so der Bürgermeister.

Durch die Umnutzung der Halle seien neue Baugenehmigungen erforderlich gewesen. Nun soll es bereits im Winter mit den Arbeiten an dem Gebäude losgehen. Auch die Nawaro-Biogasanlage stehe in den Startlöchern.

Mit der Aktivierung des Gleis 44 ist indes Sven Noatzke, Geschäftsführer des Unternehmens Lion-Group im Gewerbegebiet, zum Bahnstreckenbetreiber geworden.

Gemeinsam mit dem Unternehmen Overseas muss er künftig auch für die Unterhaltung des Gleises sorgen. „Das Risiko bleibt damit in privater Hand“, so Noatzke, die Stadt habe jedoch bei Vorbereitung und Organisation unterstützt. Jede weitere Beteiligung von Nutzern am Betrieb des Gleises wäre für beide Firmen eine Entlastung. FFK-Geschäftsführer Frank Kochan hatte im September angekündigt, das Gleis mit der Inbetriebnahme der Kompositpellets-Produktion intensiv nutzen zu wollen.

Die Hoffnung von weiteren Ansiedlungen und eine Ausstrahlung über Forst hinaus teilt Jürgen Goldschmidt (FDP) mit der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB). Denn Flächen seien für die weitere Entwicklung in Forst genügend vorhanden.

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Zum ThemaDie Stadt Forst ist seit diesem Jahr im Verein Logistik-Netz Berlin-Brandenburg (LNBB). Hintergrund des Beitrittes, der für die Stadt mit jährlichen Mitgliedskosten von 3395,06 Euro verbunden ist, sind Bestrebungen, die Stadt als Logistikzentrum zu entwickeln. Das LNBB will die Logistikbranche in der Region und darüber hinaus profilieren, Logistikstandorte auf nationalen und internationalen Zielmärkten präsentieren und Kompetenzen in der Logistikbranche des Landes bündeln.