Sie gehörten seit 1994, dem Jahr der Wiederindienststellung der Lok, zum Stammfahrpersonal. Für sie war es die letzte Fahrt auf dem Führerstand, denn wann die 03 204 aus Meinigen nach der Hauptuntersuchung des Kessels und des Rahmens einschließlich neuem TÜV zurückkommt, ist ungewiss und kann mehrere Jahre dauern. Kein Wunder, dass die Männer die begehrtesten Fotomotive waren, erst dann folgte die Lok. Es gab auch viele Worte des Dankes für die verantwortungsvolle und schwere Arbeit als Lokführer bei ungezählten LDC-Sonderfahrten des seit 1994, dazu Blumen und so manches kleine Geschenk. Auch der LDC selbst wird sich in den nächsten Jahren teilweise verjüngen müssen. Enthusiasten gibt es genug für das Ehrenamt. Sowohl bei der Vormittags- als auch bei der Nachmittagsrunde auf Lausitzer Gleisen reisten jeweils 450 Fahrgäste mit. Die meisten stiegen in Hoyerswerda, Schwarzkollm und Lauta zu. Das LDC-Team sorgte für Speisen und Getränke, auch während des dreistündigen Aufenthaltes in Cottbus zwischen beiden Fahrten. Auf dem Bahnsteig in Cottbus spielten die Saspower Musikanten, in Lauta die Schalmeienkapelle. LDC-Vorsitzender Georg Flechtner lobte im Gespräch mit RUNDSCHAU das diesbezügliche Engagement von Bürgermeister Hellfried Ruhland. Entlang der Strecke belagerten die Fotografen Feldfurchen, Wege und Randstreifen. Die Lokführer enttäuschten die Fans nicht, machten mächtigen Dampf und für die Kinder aus der Kita Schwarzkollm, die zum Gucken und Winken auf den Bahnsteig gekommen waren, gab es einen langen extra Pfiff aus der Dampfpfeife. So etwas hört man schließlich nicht mehr alle Tage. Bester Begleiter der beschaulichen Abschiedsfahrt war Petrus. Zwei Mal zeigte die 03 204 auch noch einmal, welche Kräfte in ihr stecken, so zwischen Hoyerswerda und Schwarzkollm. Gestern Abend wurde die Lok abgestellt. Die nächste Sonderzugfahrt des LDC startet am 1. Mai zur großen Dampflokparade in Wolsztyn (Wollenstein). Als Zuglok kommt an diesem Tag die auf Ölfeuerung umgerüstete und erst vor vier Wochen wiederzugelassene 01 509, das neue "Flaggschiff" der Preßnitztalbahn, zum Einsatz. Jost Schmidtchen