Mit eigenen Augen den Zählerstand ablesen und notieren, bringt Sicherheit. Das sagt Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbundes (DMB), und rät: „Es ist ratsam, sich im Vorfeld die angezeigten Einheiten auf dem Heizkostenverteiler zu notieren.“ Festgehalten werden sollten auch die Nummer des Messgeräts und der Wohnungsraum. Kommt der Techniker ins Haus, sollten Mieter ihn um eine Kopie des Ableseprotokolls bitten oder sich die Verbrauchswerte der Ablesefirma notieren und bestätigen lassen.

Weicht der ermittelte Verbrauch von den eigenen Erhebungen ab, müssen Mieter immer ihren Vermieter informieren, rät der DMB. Reklamationen beim Abrechnungsunternehmen sind sinnlos, denn es ist der Vertragspartner des Vermieters und nicht des Mieters. Der muss dem Ablesungsunternehmen deshalb auch kein Geld zahlen, weder Ablesegebühren noch Anfahrtskosten. Der Mieterbund empfiehlt, bei solchen Forderungen die Zahlung zu verweigern.

Rechtzeitige Anmeldung erforderlich. Mieter müssen den Wärmemessdienst in ihre Wohnung lassen, wenn dieser sich rechtzeitig, also mindestens zehn bis 14 Tage zuvor angekündigt hat. Das hat persönlich, per Post oder gut sichtbar durch einen Aushang im Hausflur zu geschehen. Ist der Mieter zum angegebenen Termin nicht zu Hause, muss der Dienstleister einen zweiten Termin anbieten. „Viele Ablesungsunternehmen drohen dem Mieter an, dass sie für einen zweiten Ablesungstermin zusätzliche Kosten berechnen“, so der Deutsche Mieterbund. Das sei nach einem Urteil des Landgerichts München I unzulässig

(Az.: 12 /7987/00). Auch die Kosten für einen dritten Termin müsse der Mieter nicht zahlen.

Schadenersatz, wenn der Mieter Termine platzen lässt. Lässt der Mieter allerdings ohne Not mehrmals hintereinander Termine platzen, kann er zum Schadenersatz verpflichtet werden. Das entschied das Amtsgericht Hamburg (Az.: 48 C 628/98). Mieter sollten deshalb dem Ablesungsunternehmen mitteilen, wenn sie im Urlaub oder aus anderen Gründen abwesend sind. Unterlassen sie das, riskieren Mieter sogar, dass ihre Verbrauchskosten geschätzt werden. Grundlage der Schätzung können die Heizkostenrechnungen aus Vorjahren oder die für vergleichbare Räume im Haus sein.

Vermieterpflicht: Zeitnahe Mitteilung der Verbrauchsdaten. Nach dem Hausbesuch muss der Vermieter dem Mieter die erfassten Ergebnisse zeitnah, in der Regel innerhalb eines Monats mitteilen. Diese Pflicht entfällt, wenn die Verbrauchsdaten in den Geräten gespeichert sind und der Mieter sie selbst ablesen kann.

Schwierige Kontrolle bei funkgesteuerter Übertragung. In vielen neu gebauten oder modernisierten Wohnungen kommt kein Techniker mehr ins Haus, um den Wärmeverbrauch abzulesen. Die Verbrauchswerte werden per Funk übertragen. „Dann ist es für Mieter schwer, das Ergebnis zu kontrollieren“, sagt Ropertz. Die Funkablesung kann an jedem beliebigen Tag im Jahr geschehen, der Mieter bekommt das gar nicht mit. „Mieter sollten darauf bestehen, dass das System so programmiert ist, dass sie im Nachhinein die Werte abrufen und mit den Angaben in der Abrechnung vergleichen können.“

Umlage als Betriebskosten. Die Kosten für die jährliche Ablesung der Messgeräte werden als Betriebskosten auf die Mieter umgelegt. Muss außer der Reihe abgelesen werden, etwa bei Mieterwechsel, ist der Vermieter in der Pflicht und hat die Kosten für die Zwischenablesung zu übernehmen, entschied der Bundesgerichtshof (Az.: VIII ZR 19/07). Dann seien es keine Betriebskosten mehr, die dem Vermieter laufend entstehen.