Zu diesem Schluss kommt der französische Krebsspezialist Dominique Belpomme in einem Bericht für die Pariser Nationalversammlung, der gestern teilweise bekannt wurde. Die Bevölkerung der beiden Antillen-Inseln sei "regelrecht vergiftet" worden, sagte Belpomme der Zeitung "Le Parisien". Frankreichs Gesundheitsminister Michel Barnier sprach von einer "sehr ernsten Lage".
Für die Vergiftung macht der Arzt den Wirkstoff Chlordecon verantwortlich, dessen Schädlichkeit seit 1979 bekannt ist. Spuren dieses Gifts seien auf Guadeloupe bei allen schwangeren Frauen und neugeborenen Kindern gefunden worden. Belpomme macht das Gift auch für die überdurchnittlich große Zahl von Prostata-Krebsfällen und Mißbildungen bei neugeborenen Kindern auf den Antillen verantwortlich.
Ein internationales Abkommen zur Begrenzung persistenter organischer Schadstoffe aus dem Jahre 1979 sieht ein vollständiges Verbot von mehreren besonders gefährlichen Pestiziden vor, darunter Chlordecon . (AFP/kr)