Das bunte Leben tobt in den Cottbuser Messehallen. Hier gibt es quasi alles - vom Auto zum Schafskäse über Eisentore bis hin zu Schönheitskuren. Es ist diese Vielfalt, mit der die größte Brandenburger Verbrauchermesse Jahr um Jahr punktet. "Das Angebot ist einfach toll", schwärmt Dietlind Lienack (74) aus Anna hütte. "Die Gesundheitsecke ist super. Hin und weg bin ich vom Kreativmarkt mit den Künstlern."

Anja Lindner ist zum ersten Mal bei der Herbstmesse. Die Chefin von Raumausstattung Lindner aus Senftenberg ist neugierig auf die Besucherreaktionen. "Wir sind im Möbelzentrum Großräschen und haben dort viele Privatkunden aus Cottbus. Deshalb haben wir uns entschlossen, hier Flagge zu zeigen." Der Geschäftsfrau gefällt das Messekonzept. "Es ist gut, dass wir hier alle vom Bau zusammenstehen. So ergänzen wir unsere Angebote gut."

Tatsächlich lassen sich trotz der Vielfalt verschiedene Bereiche abgrenzen. So gibt es die große Futterecke Lecker Lausitz, den Kreativmarkt, die Gesundheitsabteilung Vital & Co. und Mobile & Agile. 70 Prozent der Aussteller kommen aus Brandenburg. Nur drei Prozent aus Polen. "Das ist uns noch zu wenig", gibt Messe-Chef Bernd Koch zu.

"Das Marktpotenzial haben wir noch nicht ausgeschöpft. Aber da sind wir dran." Dafür hat der tschechische Aussteller Eurotest zum ersten Mal den Weg nach Cottbus gefunden. Geschäftsführer Stanislav Muska führt seine Betten und Schlafsysteme vor. "Nach Leipzig und Rostock sind wir zum ersten Mal in Cottbus", erzählt er. Erfahrungsgemäß verkauften sich seine Produkte in Ostdeutschland gut. "Das Ergebnis zeigt sich erst später bei den Bestellungen übers Internet", sagt der Unternehmer aus Budweis.

"Wir verstehen die Herbstmesse als Familienveranstaltung", sagt der Messe-Chef. Tatsächlich durchstöbern alle Altersklassen die Angebote und lassen sich dabei nur allzu gern verführen.

Die Herbstmesse ist traditionell die stärkste Veranstaltung des Cottbuser Messejahres, 2012 wurden 15 000 Besucher gezählt. "Wir setzen bei den regionalen Eigenmessen auf Konzentration", sagt Koch. Neben der Herbstmesse läuft noch die Handwerkermesse in Eigenregie. Ein Konzept, das aufzugehen scheint, im Gegensatz zu anderen Standorten. So hat Frankfurt (Oder) etwa dieses Geschäft im Juni aufgegeben. "Das erhöht für uns natürlich die Nachfrage und stärkt uns", sagt Koch.

Fatima Lobeda (37) aus Cottbus hat gerade ein italienisches Steinofenpanini entdeckt. Ihr Urteil: "Lecker. So etwas kannte ich gar nicht. Das animiert zum Nachmachen." Genau deshalb liebt sie die Messe. "Ich bin immer neugierig auf Neues aus der Region."

Karl-Heinz Breske (69) aus Guben ist in der Bauabteilung unterwegs. "Ich bin Handwerker", sagt er. "Deshalb bin ich jedes Jahr hier, um neue Produkte kennenzulernen."

Hagen Wilk vom Cottbuser Nissan-Autohaus Wilk ist zufrieden. "Wir sind hier, um interessant zu bleiben. Außerdem stellen wir zwei neue Modelle vor. Mit der Messe haben wir immer gute Erfahrung gemacht. So bleibt man im Gespräch." Sogar sprichwörtlich. Denn gleich im Anschluss entspinnt sich ein ernsthaftes Verkaufsgespräch.

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Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.Eintrittspreise: Tageskarte fünf Euro, Kinderkarte (bis zwölf Jahre) 1,50 Euro, Familienkarte (zwei Erwachsene, bis drei Kinder) zehn Euro.Busschuttle: 9.30 bis 18 Uhr ab Bahnhof im 30-Minuten-Takt. Eintrittskarten gelten als Fahrschein.