Ein guter Barista veredelt in der Bar den Cappuccino mit Motiven auf dem Milchschaum. Weniger kunstvoll geht es zu Hause zu. Hier soll eine Maschine für italienisches Flair sorgen. Am besten ein Vollautomat, der Kaffeewünsche auf Knopfdruck erfüllt. Welche Maschinen das schaffen, hat jetzt die Stiftung Warentest untersucht und das Ergebnis in der Zeitschrift "test", Ausgabe 12/12, veröffentlicht.

14 Automaten im Labor. Im Prüflabor traten 14 Kaffeevollautomaten gegeneinander an. Guten Espresso brühen fast alle; auch der Milchschaum gelingt. Fünf Modelle schäumen die Milch separat. Neun sind One-touch-Geräte für die automatische Zubereitung von Cappuccino und Latte macchiato. One touch bedeutet: Ein Druck auf die Taste genügt, und schon schäumt die Milch im Glas, der Espresso fließt automatisch obendrauf.

Die Besten mit "one touch". Als beste Modelle im Test schneidet Jura ENA Micro 9 One Touch für etwa 765 Euro ab. Gleich dahinter: Nivona NICR 830 für etwa 960 Euro.

Die Besten ohne Cappuccino-Automatik. Bei den fünf Geräten, die Milch separat schäumen, liegen die gute Bosch Vero-Cafe Latte und das baugleiche Siemens-Modell EQ.5 vorn - jedes für etwa 615 Euro. Bei ihnen erfolgt Milchaufschäumen ebenso wie bei der schwächeren Jura Impressa C5 automatisch über einen Schlauch aus dem Milchkarton beziehungsweise einem mitgelieferten Milchcontainer. Einstiegsmodelle dieser Art gibt es bereits ab etwa 565 Euro.

Preiswertere Varianten. Die gute Magnifica von De'Longhi und die mittelmäßige Intelia von Philips Saeco sind ab etwa 440 beziehungsweise 310 Euro zu haben. Sie schäumen mit klassischer Dampfdüse. Nachteil: Es ist nicht leicht, die Milch per Hand schön cremig und feinporig hinzubekommen.

Milchdüsen spülen mit mehr oder weniger Aufwand. Nach jedem Cappuccino oder Latte sollten die Milchwege gesäubert werden. Das ist lästig, häufig aufwendig, aber nötig. Milch kann schnell verkeimen. Bedienen sich mehrere Personen am Automaten, bleibt das Spülen womöglich auf der Strecke. Krups bietet dafür eine Lösung. Bei der Automatic Espresso EA9000 spült sich die Milchdüse von allein. Urteil: Knapp gut. Mit rund 1160 Euro ist sie das teuerste Gerät im Test.

Stichwort Pflege. Täglich fallen viele Handgriffe an: Wasser auffüllen, Bohnen ersetzen, Tresterbehälter leeren, Milchdüse spülen. Daneben fordern die Geräte regelmäßig Wartungsarbeiten ein: Entkalken und Wasserfilter erneuern, Innenleben mit Brüheinheit reinigen, den Milchbehälter auseinandernehmen. Vieles läuft automatisch ab, doch der Benutzer braucht Zeit und muss zusätzlich Geld für Entkalkungs- und Reinigungsmittel ausgeben. Wer die Pflege vernachlässigt, riskiert auf Dauer Ausfälle der Maschine und Schimmel im Innenleben.

Die Primadonna braucht Pausen. Im Dauertest mit 1500 Brühungen zeigten sich fast alle Maschinen erstaunlich zuverlässig. Lediglich die Primadonna S von De'Longhi zum Preis von etwa 985 Euro fiel vorzeitig aus. Erst als ihr die Tester mehr Ruhepausen gönnten, hielt sie durch. Auch in der elektrischen Sicherheit schwächelt die Primadonna, ebenso die Jura Impressa C5. Akute Gefahr besteht nicht. Dennoch: Die Sicherheit ist nur ausreichend.

Zu heiß oder zu kalt? Auch auf die Brühtemperatur legten die Prüfer wert. Wie das Verbrauchermagazin schreibt, kann diese von den Benutzern an den meisten Vollautomaten variiert werden. Ausnahmen im Test sind Philips Saeco Intelia Focus und Jura Impressa C5.

Ausführlich in "test" 12/12 und unter www.test.de