Mitteldeutsche Oberliga, Frauen. Die Vorgaben der Sportclub-Trainer waren klar und deutlich: Aus einer versetzten 6:0-Deckung sollten die individuell starken Angreiferinnen entsprechend konsequent unter Druck gesetzt zu werden. Als zweite Aufgabe galt es, das Görlitzer Kreisläuferspiel zu unterbinden.

Die Damen des SV Koweg können momentan nicht in Bestbesetzung antreten und das Fehlen von mehreren Leistungsträgern macht sich bemerkbar. Die verbliebenen Görlitzerinnen haben aber bewiesen, dass sie durchaus das Fehlen dieser Kräfte kompensieren können.

Für die Damen des SC Hoyerswerda bestand aber durchaus eine gute Chance, dieses Spiel erfolgreich gestalten zu können, standen doch erstmalig 14 einsatzfähige Spielerinnen zur Verfügung. Das Ostsachsenderby versprach also Spannung und mit dem Anpfiff ging es gleich ordentlich zur Sache. Die SC-Damen gingen durch die in Halbzeit eins überragende Charlott Schöps mit 1:0 in Führung. Die Gäste ließen sich jedoch nicht beeindrucken und konterten sofort. Gerade die individuell ganz starken Außen der Görlitzerinnen bereiteten den SC-Damen arge Probleme. In dieser Phase hatte die Heimsieben mit Michaela Rau einen ganz starken Rückhalt. Sie konnte in dieser Phase gleich mal drei Siebenmeter der Gäste entschärfen.

Was die Heimsieben in der Folge auch in der Offensive bot, nötigte Respekt ab. Entschlossen wurden die Hoyerswerdaer Angriffe vorgetragen und von jeder Position erfolgreich abgeschlossen. Die handballerisch beste erste Hälfte der SC-Damen in dieser Saison endete mit dem eher überraschenden Spielstand von 12:8.

In Halbzeit zwei sollte der Matchplan ebenso weiter entschlossen umgesetzt werden. In den ersten zehn Minuten ging das Konzept auch voll auf. Aus unerklärlichen Gründen riss dann der Spielfaden. Unglaubliche technische Fehler und eine sich steigendere Görlitzer Torhüterin schienen das Spiel zu drehen. Koweg führte 18:16, doch die Hoyerswerdaer Fans und ein gehaltener Siebenmeter von Laura Kratzert setzten noch mal alle Kräfte frei. Der SC glich aus und erzielte mit dem letzten Angriff sogar den umjubelten 22:21-Siegestreffer.

Dem gesamten Team gebührt Respekt. Die Hoyerswerdaerinnen müssen sich nun aber auch an dieser Leistung messen lassen. Ein ganz großes Lob der SC-Frauen ging am Ende an ihre Fans: "Das ist einfach nur unglaublich und lässt uns immer weitermachen und nie aufgeben. Dieser achte Mann setzt soviel Kräfte frei. Danke!"

SC mit: Tor: M. Rau, L. Kratzert. Feld: C. Schöps (6), L. Rosemann (7), S. Hoßmang (4), C. Uhlmann (2), M. Sowa (1), N. Irmisch (1), S. Rössler (1), N. Loth, L. Schimank, C. Rasch, V. Apitz, M. Jokusch.