Ihre Ausübung wurde schon vor Jahrhunderten durch verschiedene jagdliche Gesetzgebungen geregelt. In den „Allgemeinen Bedingungen für die Verpachtung forstfiskalischer Jagden wurde zum Beispiel schon um 1900 bereits festgelegt, dass der Wildbestand, also Rot-, Dam- und Rehwild nur entsprechend der Größe und den besonderen Verhältnissen des jeweiligen Jagdreviers vorhanden sein darf.

War ein Jagdpächter nicht in der Lage eine Verminderung des übermäßigen Wildbestandes zu erreichen, war die Königliche Regierung berechtigt, auf Rechnung des jeweiligen Pächters einen Forstbeamten mit dieser Aufgabe zu beauftragen und den erforderlichen Abschuss vorzunehmen. Insbesondere das Schwarzwild durfte dieser Forstmann auch erlegen oder in Saufängen und -gruben fangen.

Geregelt war auch die Ausübung der Jagd mit Hunden. So durften beispielsweise Windhunde, lautjagende Jagdhunde und Bracken nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Königlichen Regierung mitgeführt werden. Das Erlegen von Rot- und Damwild sowie Rehwild mittels Posten oder Schrotmunition war strengsten untersagt. Lediglich auf Treibjagden war das Beschießen von Rehen mit Schrot ausnahmsweise gestattet. Grundsätzlich durften die oben genannten Wildarten nur mit der Kugel erlegt werden.

Heute ist das Jagdrecht entsprechend des Bundesjagdgesetz geregelt. Meist wird die Jagd auch in unserer Region von Jagdpächtern in gemeinschaftlichen Jagdbezirken ausgeübt. In einem solchen Revier, nämlich dem Jagdgebiet 3 ( Koßwig - Saßleben - Reuden) mit insgesamt vier Jägern hatten vor allem die Jagdpächter Jürgen Traeder und Helmut Hahn aus Vetschau in diesem Jagdjahr besonderes Jagdglück. Sie erlegten jeder einen Rehbock mit einer sehr imposanten Trophäe. Die beiden Rehböcke im Alter von sechs bis sieben und fünf bis sechs Jahren wogen zwischen 19 und 20 Kilo und wurden beide auf der sogenannten Pferdewiese Koßwig erlegt. Die Jagdtrophäe von Traeder verfügt über ein Gewicht von etwa 340 Gramm und wurde als ungerader 10-Ender eingestuft. Die Gehörnstangen dieses kapitalen Rehbocks sind außerordendlich stark, knuffig, mit starker Perlung und starken Rosen.

Der Waidgenosse und Imker Jürgen Treader (70) übt die Jagd bereits seit 30 Jahren aus. Durch einen Imkerkollegen fand er den Weg zur Jägerei. Seine jagdliche Ausbildung übernahm damals der erfahrene Jäger Helmut Hahn (73), der im Juni auf 50 Jahre Jagderfahrung zurückblicken konnte. Im Jahre 1961 sprach der damalige Bauernförster den 23-jährigen Maurer in seinem Heimatort Wesenberg im Kreis Neustrelitz an, Mitglied im dortigen Jagdkollektiv zu werden. Über die GST (Gesellschaft für Sport und Technik) wurde dann der Weg frei zur Ausübung der Jagd. Bei der Jagdtrophäe von Hahn handelt es sich um einen 4 -Stangenbock, einer echten jagdlichen Rarität. Hat etwa Diana, die Göttin der Jagd, die beiden Jäger für ihre langjährige Hege mit solch außergewöhnlichen Trophäen belohnt?