Bei dieser Weltmeisterschaft sind vor allem handwerkliches Geschick und ein kreativer Kopf gefragt: Mehr als 1000 Berufsanfänger aus der ganzen Welt ringen ab morgen in Leipzig um WM-Medaillen. In 46 Berufsdisziplinen wird bei den World Skills gehobelt, getüftelt, programmiert und analysiert. Friseure, Stuckateure, Mechatroniker, Köche und Maurer sind ebenso am Start wie Robotertüftler, Webdesigner oder Flugzeugtechniker.

Das deutsche Team hofft nicht nur wegen des Heimvorteils auf ein gutes Ergebnis. "Wir starten mit der größten Nationalmannschaft, die jemals bei einer Weltmeisterschaft der Berufe für Deutschland angetreten ist", sagte Teamsprecher Jörg Wehrmann. Bei dem alle zwei Jahre ausgetragenen Wettbewerb waren in London 2011 noch 25 deutsche Teilnehmer dabei. In Leipzig treten für den Gastgeber 42 Talente in 37 Disziplinen an.

Es geht fast zu wie bei den Olympischen Spielen: Es gibt Nationalmannschaften, Nationenwertungen, internationale Wertungsjurys und eine große Eröffnungsfeier. Auf den mehr als 80 000 Quadratmetern Fläche der Leipziger Messe wetteifern die jungen Talente bei der sechstägigen WM der Berufe um Ruhm und Titel.

Gute Chancen auf Podestplätze räumt Wehrmann etwa den amtierenden Europameistern in der mobilen Robotic aus Erfurt ein. Auch bei den Zimmerern, Stuckateuren, Druckern, Möbel- und Bauschreinern sowie den Mechatronikern sieht Wehrmann die Deutschen weit vorn. "In London landeten wir in der Nationenwertung im vorderen Drittel, das wollen wir dieses Jahr noch steigern."

Ein kleiner spanisch-portugiesischer Lehrlingswettbewerb legte 1950 den Grundstein für die heutigen Worldskills. Immer mehr Nationen stießen dazu und wollten den Berufewettstreit austragen. Zuletzt war die WM der Berufe vor 40 Jahren in Deutschland zu Gast. Für die jetzige Ausgabe erwarten die Veranstalter bis zu 200 000 Gäste in Leipzig und haben viele Präsentationen und Veranstaltungen in der ganzen Stadt geplant.