"Ich will in diesem Bereich auf jeden Fall weitermachen", ist sich Sabrina Krüger aus Elsterwerda sicher. Gemeinsam mit Anja Reinsch hatte sie sich schon diverses Info-Material zum Pflegeberuf von verschiedenen Standbetreuern geben lassen. Derzeit machen beide eine Weiterbildung bei der bam GmbH in den Bereichen Sozial- und Haushaltshelfer sowie Grundkrankenpflege. Lehrer Lars Trossert hatte gleich acht Schüler aus der Fachschule für Sozialwesen mitgebracht, um die Angebote des OSZ Elbe-Elster in Finsterwalde zu präsentieren. "Die Leute interessieren sich für unsere verschiedenen Ausbildungswege. Wir sind diesbezüglich die Nummer 1 in Südbrandenburg", meint er.Viel zu tun hat gleich nebenan auch Diana Brockmeyer, Dozentin im Pflegebereich bei Euro Train Herzberg. "Wir machen keine direkte Ausbildung, sondern Weiterbildung. So beispielsweise in den Berufen Pflegehelfer und Betreuungskraft. Am 19. Juli beginnt dazu der inzwischen vierte Kurs, den wir seit April 2009 anbieten", erklärt sie. Die Kursteilnehmer hätten beste Vermittlungschance. So seien aus dem ersten Kurs sieben der elf Teilnehmer vermittelt worden. Sechs weitere seien aus dem zweiten Kurs gefolgt. "Wer es möchte, findet heutzutage auch einen Job", unterstreicht Diana Brockmeyer und meint damit Berufe wie Altenpfleger oder Pflegehelfer. Vor allem jungen Menschen empfehle sie eine dreijährige Ausbildung. An die Kurse bei Euro Train komme man über einen Bildungsgutschein von der Arbeitsagentur oder durch eine direkte Nachfrage bei der Bildungseinrichtung. Mit weit schweifendem Blick über einige der über 40 Stände schlendert die 21-jährige Linda Noack aus Finsterwalde durch die Halle. Unter ihrem Arm hält sie schon einiges an Info-Material. "Ich bin Arzthelferin und derzeit arbeitslos. Ich will irgendetwas in Richtung Medizin machen", sagt sie. Da dürfte sie nur wenige Meter weiter am Stand des Ärztenetzes Südbrandenburg bei Dr. Carsten Jäger und Gabriele Strödel an der richtigen Stelle sein. Man verstehe sich auf der Börse gleichermaßen als Ansprechpartner für Berufs- und Ausbildungsfragen. "Viele Besucher müssen wir erst einmal aufklären über das Ärztenetz", so Dr. Jäger. Nichts dem Zufall überlassen möchte Susann Hesse aus Ruhland. Zurzeit ist die 26-Jährige als Pflegerin tätig. "Ich werde demnächst arbeitslos und will mich hier nach einer Perspektive umschauen", sagt sie. Und warum hat sie einen so anstrengenden Beruf gewählt? "So schwer ist dieser Job gar nicht. Die älteren Menschen sind dankbar und man kann auch mal ein Späßchen bei der Arbeit machen", so jedenfalls ihre Erfahrung."Wir bieten bei dieser Messe Ausbildungsplätze an, aber viele Leute suchen Jobs. Wir hoffen, dass am Nachmittag etwas mehr Schüler in die Stadthalle kommen", sagt Doreen Görlsdorf. Die Mitarbeiterin in der Personalabteilung der Elbe-Elster Klinikum GmbH bietet gemeinsam mit einer Kollegin eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger an. Leider sei es eine Tatsache, dass manch Ausbildungswilliger nicht geeignet sei. Parallel zur Messe in Doberlug-Kirchhain liefen im Klinikum 36 Vorstellungsgespräche. Die Bewerber habe man aus rund hundert Bewerbungen ausgewählt. "Erstmals bieten wir ab dem 1. Oktober auch eine Ausbildung zum operationstechnischen Assistenten an. Dafür kann man sich noch bis zum 30. Juni bei uns bewerben", sagt Doreen Görlsdorf. Künftiges Personal will auch wenige Schritte weiter die Krankenpflegeschule des Klinikums Dahme-Spreewald "rekrutieren". Auch dort ist eine dreijährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger möglich. "Wir verzeichnen am Stand eine sehr gute Resonanz. Es kommen jedoch viele Arbeitslose und weniger Schüler. Was viele nicht wissen, es können sich nicht nur junge Leute für eine solche Ausbildung bewerben. So haben wir derzeit Leute im dritten Lehrjahr, die Ende 30 sind", macht Ingo Reimer, stellvertretender Schulleiter, die Ausbildung schmackhaft. "Wir kriegen unsere Klassen voll, weil dieser Beruf sehr gefragt ist. Die Vermittlungsquote nach dem Ausbildungsende liegt bei hundert Prozent", betont er. Nicht begeistert ist er davon, dass in den zurückliegenden Jahren immer mehr Auszubildende zu verzeichnen seien, die ihr Schulwissen nicht mehr abrufen könnten. Das liege am Schulsystem, ist sich Ingo Reimer sicher. Den Zeitpunkt der Börse in Doberlug-Kirchhain hält er für etwas unglücklich gewählt, da die Bewerbungsfrist für den nächsten Ausbildungsstart bereits abgelaufen sei.Besser dran sind da die Besucher des Standes der Beruflichen Schule für Sozialwesen der HEC GmbH mit Sitz in Lauchhammer und Oppelhain. Hier ende die Bewerbungsfrist am 30. April, wie Jörg Wiedemann, Fachlehrer für Sozialpädagogik informiert. Vor allem die Ausbildung zum Sozialassistenten finde eine gute Resonanz bei jungen Besuchern, weil es eine Erstausbildung sei. Darüber hinaus biete man unter anderem die Ausbildung zum Erzieher und Heilerziehungspfleger an. Gegenüber am Stand der Diakonie Doberlug-Kirchhain ist die Schönbornerin Christiane Scholz mit der stellvertretenden Pflegedienstleiterin Christina Keil im Gespräch. Christiane Scholz hat bereits Erfahrungen bei der Pflege ihrer Schwiegereltern gesammelt und erwägt möglicherweise den Schritt in die Altenpflege. Christina Keil informiert sie über Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten.Wer wissen will, wie sich in den nächsten Jahren Trends entwickeln, sodass eine Ausbildung sinnvoll wäre, ist am Stand bei Katja Bolz an der richtigen Stelle. Die Regionalmanagerin der Landesagentur für Struktur und Arbeit kann bereits nach zweieinhalb Stunden auf 26 Beratungsgespräche verweisen. "Schüler wollen wissen, wo künftig ein Bedarf besteht. Projekt- und Bildungsgträger sowie Unternehmen informieren sich über Förderprogramme", sagt sie.Fazit von Thomas Mierisch von der Agentur für Arbeit nach einem ersten Blick in die Fragebögen: "Von 35 befragten Ausstellern würden 32 wieder an einer Gesundheitsmesse im Landkreis teilnehmen, mehr als 60 Prozent haben die Frage ,Wurden Ihre Erwartungen an die Börse erfüllt?' mit gut oder sehr gut beantwortet, 30 Prozent immerhin noch mit befriedigend."