Nach dem tödlichen Autorennen in Berlin untersuchen Polizei und Staatsanwaltschaft die genauen Umstände des Unfalls. Ein unbeteiligter Autofahrer war dabei ums Leben gekommen.

Ob die beiden Raser im Alter von 26 und 24 Jahren am Dienstag befragt wurden und ob sie sich äußerten, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Die Verletzungen der Männer seien aber nicht so schwer, dass eine Befragung nicht möglich wäre. Einer der Fahrer hatte das Krankenhaus nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung bereits am Montag verlassen. Den beiden drohen ein Prozess und eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung.

Einer der Raser hatte auf einer Kreuzung der Tauentzienstraße, der Verlängerung des Kudamms zwischen Gedächtniskirche und KaDeWe, den Wagen eines Unbeteiligten gerammt. Der 69-Jährige starb noch am Unglücksort. Innensenator Frank Henkel (CDU) verurteilte die Täter. "Hier musste ein Mensch sterben, weil ein paar Idioten ihr Testosteron nicht im Griff haben."

Nach Zeitungsberichten blieb der Tacho eines der beiden Sportwagen bei 200 Stundenkilometern stehen. Ob das die tatsächliche Geschwindigkeit beim Unfall zeigt oder ob der Tacho durch den Aufprall verstellt wurde, müssen die Ermittler herausfinden.

Am Dienstagabend ist an der Unfallstelle des Getöteten gedacht worden. Eine Initiative von Fahrradfahrern hatte zu einem Sit-in in der Tauentzienstraße aufgerufen. Die Initiative "Volksentscheid Fahrrad", die für einen Ausbau der Rad-Infrastruktur in Berlin eintritt, verlangte eine konsequentere Verfolgung von Rasern.

"Illegale Autorennen sind auf dem Tauentzien und dem Kurfürstendamm seit Langem bekannt, Innensenator Frank Henkel (CDU), Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsident Klaus Kandt schauen offenbar tatenlos zu", kritisierte Heinrich Strößenreuther von der Initiative.