Noch ist es nicht der warme Asphalt, sondern nur die kühle Atmosphäre eines Hochschul-Fachraums. Marcus Pudenz aus Klein Radden bei Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) und Bastian Siebert aus Hoyerswerda (Kreis Bautzen) stehen um das schwarze Gefährt herum und fachsimpeln. Die Brennstoffzelle ist installiert. Was fehlt, sind der Motor und die Verbindung zum Hinterrad. Beides ist bestellt, die beiden 26 und 27 Jahre alten Studenten sind zuversichtlich: "Die Einzelkomponenten sind getestet", sagt Bastian Siebert. Gemeinsam mit Martin Walther (24) aus Grünewalde (Oberspreewald-Lausitz), der für die Planung am Computer zuständig ist, warten sie nun auf die ersten Testfahrten. Die sollen noch im April folgen. Dabei soll das Fahrzeug namens "Lausitz-Dynamics", (LaDy), erstmals der Originalstrecke ausgesetzt werden. Etwa 50 Kilogramm soll das Gefährt wiegen, davon 22 Kilo Brennstoffzelle und Zubehör. Deshalb setzen Pudenz und Siebert auf wenig Masse im Cockpit. Maria Frenzel erfüllt diese Voraussetzungen ideal. Die Fahrerin lenkt LaDy mit einem Hebel, der eher an einen Düsenjet als in einem Auto erinnert. Gas gegeben wird per Pedal: "Wir wollen fahren wie in einem Auto", so Bastian Siebert. Große Erwartungen bremst der Hoyerswerdaer allerdings: "Unser größtes Ziel ist, einen Wertungslauf hinzubekommen", betont er. Das bedeutet: Das Fahrzeug mit Brennstoffzelle muss mehr Energie erzeugen als verbrauchen. Daran waren Lausitzer Studenten zuletzt gescheitert.Deshalb wollen es Christin Lehmann (25) und ihr Team in diesem Jahr besser machen. Sie haben das Solarmobil, mit dem die Hochschule im Jahr 2009 erstmals am Shell Eco-Marathon teilgenommen hat, weiterentwickelt. 60 bis 70 Prozent des "Suncatcher I" (Sonnengreifer) stecken in Phase II des futuristischen Mobils. Das Chassis des Suncatcher II ist runder geworden und der Luftwiderstand auch durch die bessere Verkleidung der Räder geringer. Das Gefährt wird zudem deutlich leichter als sein Vorgänger. Die 25-jährige Christin Lehmann, die in Zürchel (Elbe-Elster) wohnt, ist zuversichtlich, dass der Suncatcher eine Wertung bekommt.So steht auch für Professor Peter Biegel, der das Gesamtprojekt leitet, die gemeinsame Arbeit im Vordergrund. Neben Maschinenbauern sind Kommunikations- und Elektrotechniker der Hochschule mit im Boot. Insgesamt arbeiten rund 25 Studenten, unterstützt von Professoren und Dozenten, am Gesamtwerk mit. "Nicht zuletzt ist solch ein Projekt auch eine Werbung für die Hochschule und die Lausitz", sagt er.