Um möglichst frühzeitig zu erkennen und zu helfen, wenn Kinder in ihrer Entwicklung spezielle Zuneigung und Unterstützung benötigen, sollen keine Möglichkeiten ungenutzt bleiben. Erzieherinnen in den Kitas sind oft diejenigen, die zuerst erkennen, wenn bei einem Kind etwas nicht in gesunden Bahnen verläuft. Angemessen auf die Kinder einzugehen und dies im Einklang mit den Eltern zu tun, kann rechtzeitig sich anbahnenden schwierigen Entwicklungen vorbeugen. Zu einer Vielzahl sogenannter unterschwelliger, vorbeugender Angebote gehört seit dem vorigen Jahr auch, Erzieher, Eltern und fachkundige externe Ratgeber im Kooperationsmodell "Kita und Eltern- und Familienberatung" zusammenzuführen. Praxisberaterin Angela Müller stellte in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses die Zwischenergebnisse vor.

Klar ist, dass der zu Beginn des Jahres 2012 in vier Kitas begonnene Weg 2014 weiter beschritten werden soll. Partner sind der ASB und das Diakonische Werk. Kerngedanke ist, das Wissen fachlich kompetenter Berater dorthin zu bringen, wo Kinder, Eltern und Erzieher täglich miteinander zu tun haben. So können die Eltern auf bequeme Weise Zugang zu Rat und Hilfe erhalten und die Zusammenarbeit stärke die Erziehungs- und Beratungskompetenz der Erzieher. All das wiederum hat ein Ziel: die gedeihliche Entwicklung der Kinder.

Claudia Weger, die Leiterin der Kita "Spatzennest" in Herzberg, wusste bereits im Frühjahr von einer zunehmenden Nutzung des Beratungsangebotes durch eine Sozialpädagogin des ASB zu berichten.

Unterstützungsempfehlung

Eine der vier Kitas, in der das Beratungsangebot als nicht notwendig erachtet worden war, ist inzwischen durch eine andere Kita ersetzt worden. Die bis Ende 2012 vorliegende Statistik weist 149 Beratungen aus. In 18 Fällen wurde eine weitergehende Erziehungs- und Familienberatung nahegelegt, andere Unterstützungsempfehlungen gab es in vier Fällen. Inhaltlich ist in 42 Fällen über Entwicklungsauffälligkeiten von Kindern gesprochen worden, 92 Erziehungsanfragen wurden gestellt. Überwiegend hätten die Erzieherinnen die zusätzliche fachliche Kompetenz an ihrer Einrichtung als positiv und als eine Stärkung ihrer eigenen Arbeit betrachtet, unterstreicht Angela Müller ihre bereits im Frühjahr getroffene Einschätzung. In diesen Kitas habe man die externe Unterstützung als eine Entlastung, als neutrales Angebot für die Eltern und damit als einen Gewinn angesehen.

Fachtagung am 15. Oktober

Umfassend informiert werden alle Kita-Leiterinnen des Landkreises bei ihrer Fachtagung am 15. Oktober im Bürgerzentrum in Herzberg. Im Jugendamt des Landkreises möchte man nun weiteren Interessenten die Möglichkeit eröffnen, dieses in vier Kitas erprobte Angebot zu nutzen. Vorstellbar seien zunächst weitere vier Einrichtungen.

In Abhängigkeit von der Anzahl der interessierten Kitas und den Kapazitäten der freien Träger, die das Beratungsangebot umsetzen, würde dann zu Beginn des neuen Jahres im Jugendhilfeausschuss zu entscheiden sein, wie es mit dem Kooperationsmodell weitergeht.

"Sollte es mehr als vier Bewerber geben, müssen wir Kriterien für die Auswahl festlegen", blickt Angela Müller voraus. Mehrere Kindertagesstätten in einem Ort zu vernetzen, hatte Jugendamtsleiter Jens Scheithauer bereits in einer früheren Ausschusssitzung vorgeschlagen. Eltern zur richtigen Zeit die richtigen Informationen zu geben, bleibe das Ziel des zu erweiternden Angebotes. Grundlage für dessen Nutzung sei ein Vertrauensverhältnis aller Beteiligten.