Beim zweiten Schaden muss nämlich genau nachgewiesen werden, welche Dellen neu sind. Nur für diese werden auch die Reparaturkosten übernommen, wie das Amtsgericht München entschied (Az.: 271 C 10327/10).

Im verhandelten Fall wurde das Auto des Klägers durch Hagel beschädigt. Der Schaden wurde vom Sachverständigen mit einer Summe von 2409 Euro beziffert. Die Versicherung erstattete das Geld, der Fahrzeughalter reparierte den Schaden allerdings nicht.

Ein Jahr später hagelte es wieder. Erneut fuhr der Autobesitzer zu einem Gutachter, der – in Unkenntnis des ersten Hagelschadens – einen Schaden in Höhe von 2625 Euro feststellte. Die Versicherung erstattete nur 66 Euro und rechnete: 2625 Euro minus 2409 Euro minus 150 Euro Selbstbeteiligung.

Die Klage blieb erfolglos. Ansprüche bestünden nur insoweit, als der zweite Hagelschaden eindeutig von dem ersten abzugrenzen ist. Sei das nicht möglich, gehe das zulasten des Geschädigten, so das Amtsgericht.