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Bei Verdacht auf Arztfehler Gedächtnisprotokoll anfertigen

Potsdam. Behandlungsfehler der Ärzte sind oft sehr schwer nachzuweisen. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) gibt daher Hinweise, wie Patienten dabei vorgehen können. dpa/gzn

Beim Verdacht auf einen Behandlungsfehler fertigen Betroffene am besten zuerst ein Gedächtnisprotokoll an.

Darin notieren sie den Behandlungsverlauf sowie Namen und Adressen möglicher Zeugen. Außerdem sollten sie Fotokopien ihrer Krankenakte vom Arzt oder Krankenhaus anfordern, empfiehlt die Beratungsstelle Potsdam der UPD. Der Patient selbst müsse beweisen, dass ihm durch fehlerhaftes Verhalten des Mediziners oder der Klinik ein Schaden entstanden ist.

Meist lässt sich ein Behandlungsfehler nur per Gutachten belegen. Dazu können sich gesetzlich Krankenversicherte an ihre Kasse wenden. Auch die zuständige Landesärztekammer erstellt Gutachten. Sie ist auch die Ansprechpartnerin, wenn der Arzt berufsrechtlich zur Verantwortung gezogen werden soll.

Zu beachten ist, dass nach drei Jahren etwaige Schaden- und Schmerzensgeldansprüche des Patienten verjähren. Bevor der Betroffene vor Gericht zieht, rät die UPD zum Versuch, sich mit dem Arzt, der Klinik oder deren Haftpflichtversicherung zu einigen. Dabei kann es hilfreich sein, sich von einem Medizinrechtsanwalt mit Schwerpunkt Arzthaftungsrecht beraten zu lassen. Ist der Patient mit dem Ergebnis des Einigungsversuchs nicht einverstanden, kann er innerhalb der Verjährungsfrist immer noch zivilrechtlich versuchen, Schadenersatz zu bekommen.

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