Auf ein entsprechendes Urteil des schleswig-holsteinischen Oberlandesgerichts macht der Deutsche Anwaltverein (DAV) aufmerksam.

In dem Fall war an einem sonnigen Sommertag ein Motorroller-Fahrer auf einer Kreisstraße unterwegs, die keine Fahrbahnmarkierungen hatte und etwa vier Meter breit war. In einer leichten Rechtskurve stürzte der Fahrer wegen eines Schlaglochs am äußersten Fahrbahnrand. Nach seiner Aussage war ihm ein Auto entgegengekommen, sodass er ausweichen musste. Er geriet in das Schlagloch, schlingerte und stürzte. Wegen seiner Verletzungen – Rippenbrüche und ein Schlüsselbeinbruch – klagte er gegen den zuständigen Kreis auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Ohne Erfolg. Der Umfang der Verkehrssicherungspflichten des zuständigen Bauträgers hänge neben der Verkehrsbedeutung der Straße entscheidend davon ab, welche berechtigten Sicherheitserwartungen der Verkehrsteilnehmer in der konkreten Situation haben dürfe, erklärten die Richter.

In dem Fall habe es sich um eine untergeordnete Nebenstraße gehandelt. Sie sei mit großen Flickstellen im Teer und Unregelmäßigkeiten im Übergang von der Fahrbahn zum unbefestigten Rand in einem schlechten Zustand. Fahrer von Zweirädern, die bei wechselnden Straßenbelägen und besonders an kurvigen Stellen erheblich sturzgefährdet seien, müssten hier besonders aufpassen. Der Fahrer habe sich auf die Verhältnisse der Straße einzustellen und dabei gerade im Übergangsbereich zwischen Fahrbahn und unbefestigtem Rand mit Gefahren zu rechnen. (Az.: 7 U 6/11)