Der Vermieter ist dem Gesetz nach sowohl für große als auch kleine Reparaturen im Haus oder in der Wohnung zuständig. Eine Ausnahme gilt, wenn der Mietvertrag festlegt, dass kleinere Reparaturen vom Mieter getragen werden müssen. Darüber hinaus gilt: Wer mutwillig oder fahrlässig etwas zerstört, muss es auch bezahlen. "Wenn der Mieter also den mitvermieteten Kühlschrank beschädigt und durch unsachgemäße Handhabung etwa die Klappe des Eiswürfelfaches reißt, muss der Mieter diesen Schaden ersetzen", sagt Jörn-Peter Jürgens vom Interessenverband Mieterschutz. Bagatellen selbst zahlenSollen Mieter für kleinere Schäden zahlen, muss das im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart worden sein. "Von Kleinreparaturen spricht man, wenn Bagatellschäden beseitigt werden müssen", erläutert Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. "Das sind Schäden, deren Reparatur höchstens 75 bis 90 Euro kostet." Damit diese Klausel im Vertrag auch wirksam ist, müsse der Vermieter aber einen Höchstbetrag für alle kleinen Reparaturen innerhalb eines Jahres nennen -"beispielsweise 200 bis 250 Euro oder sechs bis acht Prozent der Jahresmiete".Auch wenn festgelegt ist, dass der Mieter den Defekt zahlen muss, sollte er grundsätzlich den Vermieter informieren. Bei größeren Reparaturen sei es auch besser, wenn dieser den Auftrag an den Handwerker selbst erteilt. "Sind Stromleitungen unter Putz betroffen oder die Gegensprechanlage, ist das keine Kleinreparatur", erläutert Ropertz. Auf der anderen Seite habe der Vermieter mit der Reparatur von Gegenständen des Mieters nichts zu tun: "Die defekte Glühbirne ist immer Sache des Mieters."Ein anderes Beispiel: Der Mieter soll laut Mietvertrag für einen neuen Wasserhahn zahlen. Das heißt nicht, dass er selbst zum Werkzeug greifen muss, um den alten Hahn durch den neuen zu ersetzen. "Die Pflicht des Mieters beschränkt sich grundsätzlich auf eine Kostentragungspflicht", erklärt Rechtsanwalt Matthias Freund. Der Mieter darf auch nicht per Vertrag dazu verpflichtet werden, kleinere Schäden in jedem Fall selbst zu beheben oder die Reparatur in Auftrag zu geben.Mieter ist ersatzpflichtigWer dennoch Hand anlegen will, sollte genügend handwerkliches Geschick mitbringen. "Nimmt der Mieter die Kleinreparaturen fehlerhaft vor, kann er sich schadenersatzpflichtig machen", warnt Freund. Denkbar sei, dass fehlerhafte Reparaturen auf Kosten des Mieters nachgebessert werden müssen. In Extremsituationen wie bei einer kaputten Heizung an einem frostigen Wochenende darf der Mieter selbst einen Monteur beauftragen. "Diese Kosten können aber sehr hoch ausfallen, sodass der Mieter sich zuvor mehrfach und nachweislich bemühen sollte, den Vermieter zu erreichen", warnt Jörn-Peter Jürgens vom Interessenverband Mieterschutz. Denn "der Mieter kann grundsätzlich erst dann Reparaturen in Auftrag geben, wenn sich der Vermieter mit der Mängel- oder Schadensbeseitigung in Verzug befindet", bestätigt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund.