Sobald sie Indizien für eine Diskriminierung vorlegen können, kehre sich die Beweislast um, erläutert Arbeitsrechtler Jobst-Hubertus Bauer aus Stuttgart. Dann müsse der Arbeitgeber belegen, dass er bei der Stellenvergabe nicht gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verstoßen hat.

Als Indizien werden aber nur nachweisbare Tatsachen anerkannt - das können zum Beispiel Notizen auf den eingereichten Bewerbungsunterlagen sein. Wenn etwa das Geburtsdatum eingekringelt ist und ein Ausrufezeichen dahinter steht, reiche das schon, erklärte Bauer. ,,Da ist die Rechtsprechung recht schnell bei der Hand." Auch wenn in einer Anzeige explizit deutsche Mitarbeiter, eine Sekretärin oder ein junger Mitarbeiter gesucht werden, lasse sich die Annonce vor Gericht als Indiz für eine Diskriminierung vorbringen.

Allein die Tatsache, dass ein Mann einer Frau bei der Stellenvergabe vorgezogen wurde, reiche aber nicht aus, schränkte Bauer ein. Auch wenn Bewerber im Vorstellungsgespräch zu hören bekommen, dass sie zu alt für den Job seien, hätten sie es schwer, hinterher dagegen zu klagen. ,,Da steht dann Aussage gegen Aussage, und das geht zulasten des Bewerbers."