Vom Bundesinstitut für Risikobewertung Berlin wurde der Befall mit der Spezies Trichinella spiralis bestätigt. Es war das vierte im Landkreis Spree-Neiße erlegte Stück Schwarzwild, bei dem Trichinen festgestellt wurden, den letzten Trichinenbefund gab es im Dezember 2009. In den vergangenen zehn Jahren wurden bei insgesamt 18 Wildschweinen in Deutschland positive Trichinellenbefunde gemeldet.

Der Mensch infiziert sich durch den Verzehr von infiziertem Fleisch, meist von Haus- und Wildschweinen, wie das Robert-Koch-Institut informiert. Die Larven werden durch Verdauungsenzyme im Magen freigesetzt, wachsen im Dünndarm heran und vermehren sich schnell. Über Lymphbahnen gelangen die Larven über den Blutkreislauf in Muskelzellen der gesamten Skelettmuskulatur. Die Erkrankung beginnt nach fünf bis 14 Tagen mit Mattigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Fieber. Später kommen Muskelschmerzen, Heiserkeit, Beschwerden beim Schlucken und Atmen hinzu. In seltenen Fällen führt die Krankheit zum Tod.

Wegen der Gefährlichkeit dieser Erkrankung ist in Deutschland die Trichinenuntersuchung für alle in Deutschland geschlachteten Schweine, erlegten Wildschweine und Schlachtpferde seit 1937 gesetzlich vorgeschrieben. Der Verzehr und die Abgabe von Fleisch untersuchungspflichtiger Tiere ist vor Abschluss der amtlichen Trichinenuntersuchung verboten und kann als Straftat oder Ordnungswidrigkeit geahndet werden kann, so die Verwaltung.