Es klingt wie ein Märchen und soll doch wahr sein: Der „Drachenkönig“ von Bhutan, seine Familie und Freunde waren zu einem Picknick zusammengekommen. Die Sonne schien hoch über dem Himalaya, als der damals 17-jährige Kronprinz unter den Gästen ein Mädchen bemerkte. Zehn Jahre jünger als er, und von so bezaubernder Schönheit, dass sich der Prinz auf der Stelle verliebte. Er sank vor dem Kind auf die Knie und sagte: „Wenn du erwachsen bist, möchte ich, dass du meine Frau wirst.“

Nun – 14 Jahre später – wird der Wunsch Wirklichkeit. An diesem Donnerstag heiratet Jigme Khesar Namgyel Wangchuck, der 2008 feierlich gekrönt wurde, das Mädchen von damals: die bürgerliche Pilotentochter Jetsun Pema. Im Mai hatte der Oxford-Absolvent, der bis dahin als der wohl begehrteste Junggeselle Südasiens galt, seine Hochzeitspläne vor dem Parlament in der Hauptstadt Thimphu bekannt gegeben. Gleichzeitig bat der König seine Regierung darum, von allzu großen Feierlichkeiten abzusehen.

Diesem Wunsch wurde nur zum Teil entsprochen. An der Trauung in der mittelalterlichen Klosterfestung Punakha, 70 Kilometer nordöstlich von Thimphu, nehmen weder Staatsoberhäupter noch Abgesandte von Königshäusern aus aller Welt teil.

Zwei Tage später ist in Thimphu jedoch ein riesiges Volksfest zu Ehren des jungen Paares geplant. Im Changlingmithang-Stadion werden sich König und Königin erstmals öffentlich ihren Untertanen zeigen.