Mit einer Bündelung der Kräfte soll künftig das Boxen in Cottbus beim BCC eine neue Basis erhalten. Nach dem Anschluss des Kickboxteams Cottbus 09 an den BCC kooperiert der Verein seit einigen Monaten auch eng mit dem Boxring 03 Cottbus. Im nächsten Jahr soll die Fusion zu einem Großverein mit rund 240 Mitgliedern erfolgen. „In der Größe liegt die Kraft“, sagt BCC-Chef Andreas Günther. „Durch die Zentralisierung überwiegen einfach die Vorteile, beispielsweise bei Gesprächen mit Sponsoren. Und wir haben eine solidere finanzielle Grundlage durch die Beiträge.“

Für Helmut Krüger (71), Mann der ersten Stunde im Cottbuser Boxen und Sportlicher Leiter beim Boxring 03, ist die Kooperation ein logischer Schritt. „Der Boxsport in Brandenburg ist auf unterstem Niveau. So tief waren wir noch nie. Es geht darum, die Talfahrt zu beenden. Wir wollen Cottbus wieder an die Spitze führen. Deshalb tun wir uns zusammen“, sagt Krüger. Ausdrücklich schließt Günther gegenwärtig eine Zusammenarbeit mit dem CBV aus: „Das wird es mit dem jetzigen BCC-Präsidium nicht geben. Weitere Gespräche werden nichts ändern“, glaubt der langjährige BCC-Chef.

Geschmerzt hat den BCC zuletzt vor allem der Abgang seiner wenigen „Aushängeschilder“, darunter die Kadersportler Philipp Nsingi und Artjom Dashjan oder von Nationalmannschafts-Kämpfer Tom Tran. Insgesamt eine Handvoll Kämpfer folgte Schnieber zum CBV 2010 und wird in der am Wochenende beginnenden 2. Bundesliga für den UBV 48 Schwedt in den Ring steigen. Für Andreas Günther ein Unding: „Ich habe seit Jahren dafür gekämpft, dass Cottbuser Boxer in Cottbus für Cottbus starten. Diese Entwicklung tut richtig weh – und sie kann nicht im Sinne des Cottbuser Sports sein“, sagt Günther. BCC-Vizepräsident Jörg Milke ergänzt: „Der BCC hat diese Boxer über Jahre gefördert. Es ist sehr schmerzlich und unverständlich, dass diese Kämpfer plötzlich in einen neuen Verein gehen und vergessen haben, was der BCC für sie getan hat.“

Um auch weiter Liga-Kämpfe in Cottbus anbieten zu können, heißt auch hier das Zauberwort Kooperation. Zusammen mit Hertha BSC Berlin II wird der BCC eine Kampfgemeinschaft bilden und in der 2. Bundesliga, Staffel I, an den Start gehen. Bekanntester Kämpfer aus den eigenen Reihen ist nach dem Abgang der Kadersportler Marten Lebeda. Er sicherte sich im Juni des Titel des deutschen Studentenmeisters in der Klasse bis 60 kg. „Es eröffnen sich damit aber auch Chancen für die Kämpfer vom Boxring und vom Kickboxteam, in der Liga zu boxen“, so Mielke, der gleichzeitig um Geduld wirbt. „Wir werden weiter versuchen, Sportler zu qualifizieren – auch für internationale Aufgaben. Aber das wird dauern.“

Verteidigt haben Günther und Mielke die Trennung von Dietmar Schnieber. Dem 58-Jährigen, der mit Unterbrechung seit 1980 für den BCC gearbeitet hatte, war vor einigen Wochen vom BCC die Zusammenarbeit aufgekündigt worden. „Es ist eindeutig die Meinung des Präsidiums, dass Dietmar Schnieber seinen Aufgaben nicht mehr gerecht geworden ist“, so Günther. Trotz einer ausreichenden Zahl an Talenten seien zu viele Sportler auf der Strecke geblieben.

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Zum ThemaDer BC Cottbus bildet in der neuen Saison zusammen mit Hertha BSC Berlin II eine Kampfgemeinschaft (KG) und wird in der 2. Bundesliga, Staffel II, an den Start gehen. Liga-Auftakt ist am 22. Oktober, die KG hat zunächst kampffrei. Weitere Gegner sind der BC Chemnitz 94, Boxteam (BT) Sachsen-Anhalt, BT Hanse Wismar und UBV Schwedt – mit den ehemaligen BCC-Kämpfern. Dieser Kampf wird in Berlin ausgetragen. Im Februar und April sollen auch wie bisher BCC-Heimkämpfe in der Lausitz-Arena veranstaltet werden. In der Staffel I sind BR Hanau, MBR Hamm, CSC Frankfurt/Main, Löwen Boxteam Niedersachsen und das Team Windmill Holland dabei. Die Platzierungskämpfe werden am vom 20. bis 22. April und 11. bis 13. Mai ausgetragen. Der BCC hat zurzeit rund 120 Mitglieder, der Boxring 74 Mitglieder. Das Kickboxteam führt 70 Mitglieder.tus