Die "Andenken" wurden auf einer Kundgebung verteilt, bei der rund 50 000 Mallorquiner am Samstagabend gegen Umweltzerstörungen auf der spanischen Ferieninsel protestierten. Sie symbolisieren, was in den Augen der Demonstranten zu einem typischen Merkmal der Balearen-Insel geworden ist: der ungebremste Bauboom.

Opfer des eigenen Erfolgs
Die Kundgebung war eine der mächtigsten in der Geschichte Mallorcas. Die große Zahl der Demonstranten zeigt, dass vielen Mallorquinern der alljährliche Massenansturm der Urlauber nicht mehr geheuer ist. Viele Bewohner befürchten, die Insel könnte ein Opfer ihres eigenen Erfolgs und allmählich zubetoniert werden.
"Es wird ein beispielloser Raubbau an der Natur betrieben", beklagt die Umweltschutzorganisation GOB, die zu der Kundgebung aufgerufen hatte. Mallorca hatte 2006 eine Rekordzahl von 9,6 Millionen Urlaubern aufgenommen, 9,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Deutschen bildeten mit 3,6 Millionen (plus 6,7 Prozent) die größte Gruppe.
Der Protest richtete sich allerdings nicht so sehr gegen die vielen Pauschaltouristen oder den Rummel um die Strandbar "Ballermann 6". Was den Mallorquinern viel mehr Sorge bereitet, ist der Trend, den Mallorca-Urlaub in eigenen Ferienwohnungen zu verbringen. "Die Politiker haben entschieden, Mallorca zum Zweitwohnsitz Europas zu machen", meint der GOB-Sprecher Miquel Angel March. "Dazu braucht man Autobahnen, einen größeren Flughafen, mehr Kraftwerke und Kläranlagen."
Die konservative Regionalregierung der Balearen pumpte in den vergangenen vier Jahren 200 Millionen Euro in den Ausbau des Straßennetzes. Es entstanden Autobahnen von Palma in das - bei den Deutschen beliebte - Andrax und in den Inselnorden nach Sa Pobla sowie eine Schnellstraße nach Manacor. Mallorca wurde zu einer Insel der kurzen Wege.

Kaum noch Abgeschiedenheit
"Orte, die seit Menschengedenken in der Abgeschiedenheit des Hinterlandes lagen, sind nun plötzlich ganz nah an Palma herangerückt", schrieb das "Mallorca Magazin" kürzlich. Damit wurden bislang verschlafene Nester mit einem Mal für Bauprojekte interessant.
Ferienwohnungen konzentrieren sich längst nicht mehr allein an den Badestränden. Dabei macht der Bau- und Immobilienboom zuweilen nicht einmal vor landschaftlichen Schutzgebieten halt.