Auch in Zeiten niedriger Zinsen zahlt es sich aus, wenn Kreditnehmer die Konditionen von Darlehensverträgen vergleichen. Das zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest, die jetzt in der Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 3/2016) veröffentlicht wurde. Demnach verlangen teure Anbieter etwa 40 bis 80 Prozent mehr an Zinsen als die günstigsten Kreditgeber. Die Höhe der Zinsen für einen Kredit wird unter anderem von der Zinsbindung, dem Wert der Immobilie sowie dem Anteil des Eigenkapitals beeinflusst.

Die Warentester haben die Angebote von mehr als 100 Banken, Versicherern, Vermittlern und Bausparkassen für fünf Finanzierungsfälle analysiert - und deutliche Unterschiede festgestellt. Für ein Haus mit einem Wert von etwa 400 000 Euro suchten sie beispielsweise einen Kredit mit einer Darlehenssumme von 360 000 Euro, einer Zinsbindung von 15 Jahren und drei Prozent Tilgung. Bei dem Fall, der eine flexible Rückzahl-Option hatte, summierte sich der Zinsunterschied zwischen günstigstem und teuerstem Angebot auf 66 500 Euro.

Wer einen Kredit sucht, sollte darauf achten, dass er für eine flexible Rückzahlung nicht teuer bezahlen muss, raten die Warentester. Kreditnehmer können das Recht auf eine Sondertilgung bei vielen Banken mittlerweile kostenlos in Anspruch nehmen: Üblich ist, dass Kunden rund fünf Prozent der Darlehenssumme im Jahr zusätzlich tilgen dürfen. Viele Verträge enthalten außerdem die Option, den Tilgungssatz während der Zinsbindung mehrfach kostenlos zu ändern.

Geht es darum, ein Eigenheim zu kaufen oder zu bauen, können Kreditnehmer unter Umständen von günstigen Krediten und Wohnförderprogrammen der KfW-Bank profitieren. Zusätzlich lohnt es, sich bei Kommunen und den Ländern nach Förderprogrammen zu erkundigen. Für manche kann auch Wohn-Riestern eine Option sein.