Bei der Kreditvergabe rechnen die Banken die Eigenleistung mit ein - als Muskelhypothek. Doch sobald Freunde und Bekannte auf der Baustelle mitwerkeln, sollten Bauherren unbedingt daran denken, die fleißigen Helfer innerhalb einer Woche nach Arbeitsbeginn bei der regionalen Bau-Berufsgenossenschaft anzumelden und gegen Unfälle zu versichern. Wer das versäumt, muss mit Bußgeldern bis zu 2500 Euro rechnen.
Knüppeldick kann es kommen, wenn einem Helfer auf der Baustelle etwas passiert. Der Bauherr wird womöglich wegen grober Fahrlässigkeit in Regress genommen und muss für die Unfallfolgen aufkommen. Denn versichert sind die Helfer in jedem Fall - auch wenn der Bauherr die Anmeldung versäumt.

Unfallkasse übernimmt Schutz
Gegen die finanziellen Risiken bietet die Bauberufsgenossenschaft einen preiswerten Schutz. Die notwendigen Formulare gibt es bei den Geschäftsstellen der BG Bau (bgbau.de). Die Kosten halten sich im Rahmen - je nach Region belastet ein Beitrag zwischen 1,46 und 1,83 Euro je Helferstunde das Budget des Bauherren. Waren alle Helfer zusammengerechnet nicht länger als 40 Stunden auf dem Bau tätig, übernimmt die Unfallkasse der öffentlichen Hand den Unfallschutz. Für den Bauherren und seine Ehefrau selbst ist der Schutz der Berufsgenossenschaft kostspielig. Preiswerter sorgen sie mit einer privaten Unfallversicherung vor.
Doch wie ist das mit der Entlohnung der Bauhelfer? Uneigennützige Nachbarschaftshilfe für Gotteslohn ist erlaubt und rechtlich problemlos. Sogar eine kleine Anerkennung darf den freiwilligen Helfern bar auf die Hand gezahlt werden - solange das nicht in eine feste Vergütung nach geleisteten Stunden ausartet. Auch eine Beköstigung auf der Baustelle mit Essen und Getränken ist erlaubt.
Sobald jedoch eine abgesprochene Vergütung nach geleisteten Stunden oder Gewerken bezahlt wird, geht der Ärger mit den Behörden los. Denn wer als Bauhelfer oder Handwerker Geld verlangt, muss den Nebenverdienst beim Finanzamt angeben. Die "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" - eine Behörde des Zolls - macht mit Baustellenkontrollen vermehrt Jagd auf Schwarzarbeiter. Fliegt eine illegale Beschäftigung auf, wird's teuer. Nicht nur Steuern und Sozialabgaben werden nacherhoben - auch happige Strafen drohen. Kann der Auftragnehmer die Abgaben nicht bezahlen, wird der Bauherr als Auftraggeber in Haftung genommen.
Wer Handwerkerfirmen auf seinem Bau schwarz beschäftigt, spart womöglich ein paar Euro Stundenlohn. Er setzt jedoch gleichzeitig seine Haftungsansprüche aufs Spiel, wenn die Profis gepfuscht haben und hinterher nachbessern sollen. Ohne ordentliche Rechnung lassen sich Gewährleistungsansprüche kaum gerichtlich durchsetzen. Fehler von willigen Freunden und Kollegen muss der Bauherr ohnehin selbst ausbügeln. (ddp.djn/sh)