"Wir müssen 40 Prozent des Verkehrs aus dieser Straße herausbekommen", erklärte Ordnungsdezernent Lothar Nicht während der öffentlichen Präsentation der Pläne in der gemeinsamen Sitzung des Wirtschafts- und Umweltausschusses. Nur mit dem Umbau einer der wichtigsten innerstädtischen Verkehrsadern könne es gelingen, Probleme wie Feinstaub und Lärm zu lösen. Der Durchgangsverkehr soll künftig über die Wilhelm-Külz-Straße auf den Mittleren Ring geleitet werden.Für Anwohner, Fußgänger und Radfahrer wird die Bahnhofstraße nach den aktuellen Plänen künftig wesentlich attraktiver. Sie profitieren von der verringerten Fahrbahnbreite, weil Geh- und Radwege weitaus großzügiger ausfallen sollen. Außerdem ist eine straßenbegleitende Begrünung geplant. Der Baustart steht allerdings noch nicht fest. Mitte des Jahres rechne die Stadt mit dem positiven Fördermittelbescheid, so die Cottbuser Baubeigeordnete Marietta Tzschoppe (SPD). Rund 6,9 Millionen Euro soll der Umbau der Straße kosten. Die Anwohner müssten den Straßenbau über Beiträge mitfinanzieren.Fest eingeplant ist, dass auch die Straßenbahn weiterhin über die Bahnhofstraße fährt. "Diese Verbindung hat für uns eine ganz besondere Bedeutung", sagt Cottbusverkehr-Geschäftsführer Ulrich Thomsch. 3000 Fahrgäste würden pro Tag mit der Bahn, 2400 Fahrgäste mit dem Bus diese Straße nutzen. "Außerdem dient die Bahnhofstraße als wichtige Ausweichroute, sollte es in der Straße der Jugend einmal eine Havarie geben", so Thomsch. Die Haltestellen könnten so umgestaltet werden, dass die Fahrgäste künftig wesentlich gefahrloser als bisher die Bahn erreichen können. Auch an barrierefreie Lösungen soll gedacht werden.Nachteil der neuen Variante: Straßenbahn oder Bus müssen sich die einzige Fahrspur je Richtung mit dem Individualverkehr teilen. Lothar Nicht hofft, dass nach dem Umbau die Feinstaubbelastung deutlich messbar zurückgeht. "Werden die Pläne umgesetzt, haben wir alles getan, was aus eigener Kraft möglich ist", so Nicht. Eine Unwägbarkeit bleibe allerdings. Bei einer ungünstigen Wetterlage könnte es trotz eines beinahe um die Hälfte verringerten Verkehrsaufkommens immer noch zu hohen Feinstaubwerten kommen. Ein Beispiel dafür liefert Lothar Nicht gleich mit: "In den vergangenen Tagen hatte der Spreewald genauso hohe Werte wie Cottbus - das hängt mit den Emissionen aus den polnischen Industriegebieten zusammen", so der Ordnungsdezernent.