"Aber der jetzige Regen der lässt die Pilze gut wachsen." Besonders Schirmpilze und die Krause Glucke würde derzeit gut sprießen. Auch Träuschlinge und Knollenblätterpilze wachsen schon gut. Lediglich Röhrlinge seien derzeit noch rar.

Wilde ist eine von zwei Pilzberatern im Landkreis Spree-Neiße und sammelt schon lange die begehrten Bodengewächse. "Ich rechne damit, dass die Wälder am Wochenende recht voll werden", sagt er.

Für Sammler aus dem Spree-Neiße-Kreis eignen sich einige Stelle besonders gut. "Der Wald hinter Bademeusel ist sehr gut zum Sammeln", sagt er. "Aber ansonsten hat jeder Pilzsammler eigentlich seine Lieblingsstellen, und die verrät er dann auch nicht." Deshalb empfehle er, einfach in den Wald zu gehen und selber zu entdecken. "Ein gutes Indiz ist oft, wo schon viele Autos parken. Da gibt es meist auch viele Pilze", so Wilde.

Seine Lieblingspilze verrät der Pilzberater aber durchaus. "Ich mag ja persönlich Schirmpilze. Da braucht man nur einen und hat schon genug für eine Mahlzeit", sagt er. Steinpilze, Pfifferlinge und Champignons hingegen seien sehr geschmackvoll.

Beim Sammeln ist aber auch Vorsicht geboten: Für Laien ist es oft schwierig, bekömmliche Speisepilze von giftigen Pilzen zu unterscheiden. Von den rund 10 000 Großpilzarten, die man im Wald finden kann, sind nur etwa 1000 genießbar. "Besondere Gefahr besteht bei Knollenblätterpilzen und Grünlingen", so Wilde. Gallenröhrlinge hingegen seien zwar nicht giftig. "Aber wenn einer in das Essen kommt, macht der die ganze Mahlzeit bitter und man kann es wegwerfen."

Wer trotz der Regel "Nur nehmen, was man kennt" versehentlich doch einen ungenießbaren Pilz erwischt, kann im schlimmsten Fall eine Pilzvergiftung erleiden. Auslöser sind Pilzgifte, von denen manchmal bereits kleinste Mengen ausreichen, um schwere Vergiftungserscheinungen hervorzurufen.

Wichtig ist es deshalb bei Vergiftungsverdacht nicht panisch zu reagieren. "Wer nach einem Pilzessen an Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, einer Gelbfärbung der Haut oder Schweißausbrüchen leidet, sollte sofort den Rettungsdienst rufen", rät Andreas Berger-Winkler, Rettungsassistent der Johanniter in Südbrandenburg. Die Symptome können auch erst Stunden oder sogar einige Tage nach der gefährlichen Mahlzeit auftreten.

Wirksame Hausmittel gegen eine Pilzvergiftung gibt es nicht, nur ein Arzt kann professionelle Hilfe leisten. Keinesfalls sollten die Betroffenen durch Salzwasser oder Milch versuchen, Erbrechen herbeizuführen. "Unter der Notrufnummer 112 professionelle Hilfe rufen und Ruhe bewahren, das sind die besten Hilfsmittel. Wer nach einem Pilzessen bewusstlos wird, sollte sofort in die stabile Seitenlage gebracht werden", empfiehlt Berger-Winkler.

Ärzte können durch Reste der Pilzmahlzeit die Art des Giftes feststellen lassen und damit die geeigneten Gegenmaßnahmen einleiten. Deshalb empfehlen die Johanniter, Proben für den Notarzt bereitzuhalten.

Auch wenn eine Gift-Informationszentrale in der Nähe ist, sollten Betroffene auf keinen Fall selbst dorthin fahren. Das ist zu gefährlich, denn der Zustand von Menschen mit Vergiftungen kann sich jederzeit verschlechtern.

Sammler, die gern eine Pilzberatung haben möchten, treffen Klaus Wilde dienstags von 15 bis 16 Uhr im Kreishaus in Forst. Ansonsten bietet Wilde auch Termine unter der Handynummer 0171 9659725 an. Auch Lutz Helbig in Drebkau ist Pilzberater. Ihn kann man unter 035602 21736.