Ein kirchlicher Baurat Ritter hat die Saalkirche in Buk kau entworfen, der Liebenwerdaer Bauinspektor Meyer hat den Bau ausgeführt. So steht es in einem Buch über Denkmale in Brandenburg. Diesen beiden Herren hat Buckau es zu verdanken, die größte Dorfkirche in den Herzberger Ortsteilen zu haben, die in diesen Tagen 150 Jahre alt wird. Dieses Ereignis hat die Stadt Herzberg dazu bewogen, ihre diesjährige Aktivität zum Projekt „Schaustelle Stadtkern“ der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ mehr als fünf Kilometer vom Stadtkern entfernt zu verlegen – nämlich in die Kirche nach Buckau. „Das wird ein schöner Nachmittag in Buckau werden, warum sollen wir das nicht nutzen und in Herzberg vielleicht noch eine Gegenveranstaltung anbieten“, erklärt Kulturamtsleiterin Karin Jage diese Entscheidung.

Der Buckauer Gemeindekirchenrat unter Leitung von Regina Schulze hat eine kleine aber feine Feier zum Geburtstag der Kirche organisiert. In deren Mittelpunkt steht ein Konzert, das es so noch nie im Herzberger Stadtgebiet gegeben hat. Pfarrerin Jutta Noetzel und Kantor Gerhard Noetzel spielen auf zwei Harmonien. „Das Harmonium ist eine Art Mischung aus Orgel und Klavier. Es hatte im 19. Jahrhundert seine Blütezeit vor allem für die Hausmusik. Es hat auch Einzug in kleinere Kirchen gehalten, in denen es zu Gottesdiensten eingesetzt wurde. Seit einigen Jahren erlebt es wieder eine Renaissance“, erläutert der Kantor.

Da die Orgel in der Buckauer Kirche ein trauriges Ruinen-Dasein fristet, hat Herzberg vor Jahren sein Harmonium sozusagen als Dauerleihgabe an die Buckauer gegeben. „Und als wir dann erfahren haben, dass es in Buckau noch ein kleines Harmonium gibt, haben wir uns gedacht, wir spielen zum Kirchenjubiläum ein Konzert auf beiden Harmonien“, so Gerhard Noetzel.

Er und die Pfarrerin wollen Stücke von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel auf den Instrumenten zu Gehör bringen, aber auch Klassiker wie Franz Schubert oder Romantiker wie Edvard Grieg oder Modest Mussorgski. „Wir möchten romantische Klänge neu interpretieren“, so der Kantor. Die Musikfreunde dürfen gespannt sein, sie sollten sich aber warm anziehen und vielleicht auch ein Kissen mitbringen, denn die Buckauer Kirche ist nicht beheizbar.

Vor dem Konzert lädt der Gemeindekirchenrat ab 15 Uhr zu einer Kaffeetafel in das kleine beheizte Zelt ein. Für Trompetenklänge und somit die musikalische Einstimmung sorgt der Musikschüler Gregor Göbel, der erst kürzlich im Rahmen der Aktion „Musikschulen öffnen Kirchentüren“ in Ahlsdorf zu hören war.

Nach dem Konzert gibt es noch einen gemütlichen Ausklang mit guten Wünschen für den Nach-Hause-Weg, so Regina Schulze. Das Konzert beginnt um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Der Gemeindekirchenrat bittet die Besucher aber um eine kleine Spende. „Damit wollen wir zum Erhalt unserer Kirche beitragen“, sagt die Vorsitzende. Das Buckauer Gotteshaus ist dringend sanierungsbedürftig. Vor allem braucht es ein neues Dach, damit der Innenraum geschützt bleibt.