Das hat jetzt das Amtsgericht München entschieden (Az.:343 C 8194/12), wie die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins mitteilt. Das Zeichen "Vorfahrt gewähren" allein genügt nach Auffassung der Richter nicht.

In dem konkreten Fall war eine Autofahrerin in einem Kreisverkehr auf der mittleren Fahrbahn unterwegs. Ein weiterer Autofahrer fuhr in den Kreisverkehr auf die Rechtsabbiegerspur. Als die Frau auf diese Spur wechseln wollte, kam es zum Zusammenstoß.

Den entstandenen Schaden wollte die Autofahrerin ersetzt haben. Die Versicherung des Unfallgegners allerdings weigerte sich. Das Gericht gestand der Frau einen Schadenersatz von zwei Dritteln zu. In diesem Fall sei an der Einmündung zum Kreisverkehr nur das Zeichen "Vorfahrt gewähren" angebracht gewesen. Daher hatte die Frau keine absolute Vorfahrt gehabt.

Allerdings hätte der Einfahrende eine erhöhte Sorgfaltspflicht walten lassen müssen. Die Frau treffe durch den Spurwechsel außerdem ein Mitverschulden. Denn dabei habe sich ein Autofahrer grundsätzlich so zu verhalten, dass eine Gefährdung anderer ausgeschlossen ist.

Verkehrsexperten raten grundsätzlich zu besonderer Vorsicht: Ist weder das Zeichen "Kreisverkehr" noch ein Vorfahrt-gewähren-Schild aufgestellt, gilt rechts vor links.