Statt vom wilden Musikerleben ausgelaugt, wirkt er reif, erwachsen.

Seinem Kollegen, dem Nirvana-Sänger Kurt Cobain ist das nicht gelungen. Cobain hat die große Grunge-Ära in den 90er-Jahren nicht überlebt. Vedder ist vernünftig geworden, gemeinsam mit seiner einst so wilden Combo Pearl Jam. Und: Eddie Vedder ist ein großer Musiker geworden, steht mit Künstlern anderer Musikrichtungen auf der Bühne, mit REM, mit Neil Young, mit Glen Hansard, mit The Who.

Die Musik-Fachzeitschrift "Rolling Stone" hat Vedder einmal als einen der besten Sänger aller Zeiten ausgezeichnet, neben Legenden wie Ray Charles, Stimmwundern wie Queen-Sänger Freddy Mercury oder Guns and Roses-Frontmann Axl Rose. Eine große Ehre für jemanden, dessen musikalische Wurzeln in einem Genre liegen, das sich vor allem durch einfachste Akkorde, viel Geschrei und wenig musikalische Tiefe auszeichnet.

Vedder aber ist Musiker, beschränkt sich selbst nicht durch ein Genre, probiert sich aus. 2007 schreibt Vedder den Soundtrack für den Film "Into The Wild". Der einstige Schreihals wird für den Oscar nominiert, erhält zahlreiche weitere Auszeichnungen. Spätestens da war der einstige Rebell aus Seattle ein Großer geworden.

2011 bringt Vedder mit "Ukulele Songs" ein musikalisches Experiment auf den Markt, mit dem er seine Qualitäten als Arrangeur noch einmal unter Beweis stellt. Reduziert aufs Mindeste zeigt Vedder, wie harmonisch die oft belächelte Ukulele als Instrument mit seiner sonoren Stimme klingen kann. Eddie Vedder ist in den letzten Jahrzehnten zwar ruhiger geworden - reifer, aber nicht still. So wie seine Musik und die seiner Band. Pearl Jam ist das letzte Überbleibsel aus der im US-amerikanischen Nordwesten vor rund 20 Jahren entstandenen Grundge-Szene. Ein Grund für ihre Beständigkeit ist die Lust an der Musik, am Auftreten, am Ausprobieren ihres Frontmanns EddieVedder.