Ei n Jäger und mutmaßlicher Wilderer hat in Österreich drei Polizisten und den Fahrer eines Rettungswagens erschossen. Der Täter Alois H. - nach Medienberichten ein allein lebender Mittfünfziger - verschanzte sich nach seiner Tat am Dienstag auf einem Bauernhof bei Melk in Niederösterreich. Am Abend begann die Polizei mit der Stürmung des Hauses, die Stunden andauerte. Man sei im Gebäude und führe eine "gesicherte Durchsuchung" durch, sagte Cobra-Einsatzleiter Detlef Polay im ORF. Ob der mutmaßliche Täter noch am Leben ist und sich noch in dem Haus befindet, sei unklar. Da es sich um einen sehr brutalen Täter handle und der Hof zudem groß und sehr verwinkelt sei, könne man nur langsam vorgehen. Die Polizei umlagerte das Anwesen des schwer Bewaffneten mit Einsatzkräften. Das Heer rückte auch mit Panzern an.

Der Mann hatte den Tag über mehrmals aus dem Haus gefeuert, am späten Nachmittag soll nochmals als letztes Lebenszeichen ein Schuss zu hören gewesen sein.

Nach Angaben des Innenministeriums kam es in der Gegend immer wieder zu schweren Fällen von brutaler Wilderei. Ein Unbekannter soll aus einem fahrenden Wagen immer wieder Hirsche erschossen und ihnen dann den Kopf abgetrennt haben. Die Körper der Tiere ließ er liegen. Eine Spezialeinheit der Polizei sollte den Tierquäler fassen. Mit einer Polizeisperre aus mehreren Streifenwagen sollte der Wilderer in der Nacht zu Dienstag in einem Wald bei Annaberg gestellt werden.

Der Täter durchbrach in der Nacht mit seinem Wagen eine Straßensperre und eröffnete sofort das Feuer. Er traf einen Beamten der Sondereinheit Cobra, der später im Krankenhaus starb. Der Täter verließ seinen kaputten Wagen und versteckte sich im Wald. Als ein Rettungswagen für den Verletzten eintraf, eröffnete er das Feuer. Der Fahrer des Rettungswagens wurde tödlich getroffen, der zweite Cobra-Beamte verletzt.

Auf der Flucht zu Fuß kaperte der Jäger einen Streifenwagen, erschoss einen darin sitzenden Polizisten. Ob er dessen Kollegen als Geisel nimmt oder direkt erschoss, war zunächst unklar. Der Mann wurde später tot im Wagen in einer Scheune seines Hauses gefunden.

Mit dem Streifenwagen flüchtete der Schütze zu seinem Bauernhof im rund 70 Kilometer entfernten Großpriel bei Melk. Seither hielt er sich dort verschanzt und eröffnete immer wieder das Feuer.

Nach Berichten österreichischer Medien gilt der Täter als Waffennarr, der auch Handgranaten besitzen soll. Da der Mann eine Langfeuerwaffe besitze, habe man das Gebiet um das Haus weiträumig absperren müssen.