"Kunst machen, ist vergleichbar mit Gärtnern", sagt der Cottbuser Maler Matthias Körner. Diesem Umstand verdanke die Schau ihren Titel. "Auch der Künstler sät etwas", so Körner, "er folgt einem Gedanken, braucht Geduld und erlebt Zyklen. Einmal sprießt alles, dann gibt es wieder Ruhephasen." Auf die Arbeit von Solveig Karen Bolduan treffe dieser Vergleich in besonderem Maße zu. "Aus meinen Gärten" steht offenbar für die Ernte eines halben Künstlerlebens. In den großen Galerien ist die Lausitzerin meist mit ihren Plastiken präsent. Auch die Cottbuser Ausstellung gibt einen Einblick in diesen Teil ihres Schaffens. Gezeigt wird die textile Plastik "Man trägt wieder Hund" oder die Holzskulptur "Annegret 1938" aus der "Leben ist kurz"-Serie. Für letztere habe sie sich die Inspiration in Familienalben geholt. Dass sie sich auf einmal mit Kindern beschäftige - neben "Annegret" wird auch die Büste "Klausi" gezeigt - habe mit dem Älterwerden zu tun. "Auf einmal wird einem unsere Endlichkeit klar", sagt die 52-Jährige. Ihre Kunst, betont Solveig Karen Bolduan, lebe vom Gefühl. Sie hinterfrage nicht jede Sache bis zum Schluss, sondern lasse sich gern überraschen, was das eine oder andere für sie bedeute. Im "Haus 23" stellt die Künstlerin, die in Klein Loitz am Felixsee zu Hause ist, vor allem in letzter Zeit entstandene "Schichtenlandschaften" aus. "Land unter" heißt ein großformatiges Bild, das an ein Frühjahr erinnert, in dem es nicht aufhören wollte zu regnen. Der Betrachter fühlt sich hineingezogen in diese Situation, er spürt die Pfützen und den verstohlenen Sonnenstrahl, der zwischen tiefliegenden Wolken hervorblitzt. Ulrike Elsner"Aus meinen Gärten"Galerie "Haus 23",Marienstraße Cottbus