| 02:36 Uhr

Aus dem regelmäßigen Saunagang sollte man keinen Sport machen

Berlin. An kalten Tagen lieben es viele, sich in der Sauna aufzuwärmen. Das stärkt außerdem das Immunsystem. Gesund ist das Schwitzen aber nur, wenn Saunagäste auf ihren Körper hören. dpa/bl

Ein regelmäßiger Besuch der Sauna ist gesund - solange man es nicht übertreibt. So sollten Saunagäste aus der Schwitzkur keinen Sport machen. "Es geht nicht darum, wer es am längsten bei 90 Grad Lufttemperatur aushält", sagt Professor Andreas Michalsen. Er ist Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin. Aus medizinischer Sicht sei es sinnvoll, den Körper nicht zu überreizen, sondern zu schauen, was ihm guttut.

Wer es richtig angeht, kann sich mit regelmäßigen Saunagängen etwa vor Herzrhythmusstörungen schützen. "Der Körper liebt es, stimuliert zu werden", erklärt Michalsen. Thermische Reize eigneten sich dafür besonders gut. Versetzt man den Körper in eine extreme Situation, aktiviert er hinterher Gesundungsprozesse - und geht gestärkt daraus hervor. Das gelte fürs Herz wie auch für das Immunsystem.

Einen Effekt hat Saunieren aber nur, wenn der Körper hinterher unter der Dusche oder in einem Kaltbad wieder abgekühlt wird. "Um die Abwehrkräfte zu stärken, ist es zudem wichtig, früh anzufangen - und nicht erst, wenn die Grippesaison schon begonnen hat", fügt Michalsen hinzu. Wer herzkrank ist oder einen zu hohen Blutdruck hat, muss allerdings ein wenig aufpassen: "Statt eines eiskalten Tauchbads sollte der Betroffene besser Beine und Arme mit einem Schlauch abduschen."

Hat sich jemand erkältet, sei von einem Saunagang nicht grundsätzlich abzuraten. "Sind die Symptome allerdings schon da, bringt es dann auch nichts mehr, in die Sauna zu gehen", sagt Michalsen. Wer schon beim allerersten Kribbeln sauniert, habe hingegen vielleicht Glück. Möglicherweise wendet er die Krankheit noch ab. Dass das funktionieren kann, beruhe aber auf Erfahrung, schränkt der Arzt ein - und nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen.