Und in letzter Zeit nimmt es zu. In Köln, wo die Kölnarena in Lanxess Arena umbenannt wurde, sieht man es nur noch als Frage der Zeit, bis auch der Dom einen Sponsor findet. Hoffentlich wird das die Dom-Brauerei, dann kann er weiter so heißen wie bisher.Die eifrigsten Namensänderer sind dem Anschein nach die Inder. Schon 1995 war die Stadt Bombay auf Betreiben der Hindu-Nationalisten in Mumbai umbenannt worden, vor einigen Monaten gelobte sogar die britische "Times", sie werde nicht länger "Bombay" schreiben. In der Werbebranche gilt der Spruch: Ein neuer Name schadet meist. Hat es KarstadtQuelle wirklich genützt, sich Arcandor zu nennen? Wenn schon, dann muss man das Ganze mit einer großen Werbekampagne flankieren. Legendär wurde der Spruch: "Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix."Das Beharrungsvermögen des Normalbürgers ist dabei nicht zu unterschätzen. Das beste Beispiel kommt aus dem Land der ungebrochenen Traditionen, England. Dort gab es seit dem Mittelalter die Grafschaft Middlesex bei London. Schon im 19. Jahrhundert wurde sie aufgelöst. Bis heute schreiben zahllose Briten weiter "Middlesex" auf ihre Briefe. Denn: Wie etwas heiße, das entscheide man immer noch selbst.