Tacloban. Noch ist die Gefahr nicht gebannt, aber es gibt Hoffnung. "Der Taifun wütet noch in mehreren Landsteilen, aber wir haben zunächst hauptsächlich Gebäudeschäden zu beklagen", sagt der Direktor der Katastrophenschutzbehörde, Alexander Pama.

Bis zu einer Million Menschen haben sich seinen Angaben zufolge in Sicherheit gebracht: bei Verwandten weiter im Landesinneren oder in Notunterkünften. Eine Frau ertrank nach ersten Angaben auf der Insel Samar, ein Mann und ein Kind starben nach Angaben der Lokalbehörden durch Unterkühlung.

Der Taifun zog am Sonntag langsam Richtung Nordwesten und hinterließ nach der Insel Samar auch auf Masbate schwere Verwüstungen. Der Wind entwurzelte Bäume und riss Strommasten aus dem Boden. Dächer wurden abgedeckt und Hütten umgerissen. Auf den Straßen türmten sich Schutt und Äste.

500 Kilometer nördlich von Samar waren die Behörden der Hauptstadt Manila in Alarmbereitschaft: Wenn die Millionenmetropole getroffen wird, droht das Wirtschaftszentrum des Landes lahmzuliegen. Im Ortsteil Baseco zogen Familien aus Slums in ein Evakuierungszentrum. Ihre Verschläge würden heftigen Taifunböen nicht standhalten.

Wo der Taifun durchgezogen war, begannen die Aufräumarbeiten. "Wir konzentrieren uns darauf, Korridore freizumachen, damit Hilfsgüter schnell verteilt werden können", sagte Pama. "Das schaffen wir nicht überall heute, aber in den nächsten Tagen." Im vergangenen Jahr warteten Hunderttausende Obdachlose tagelang verzweifelt auf das Nötigste, wie Trinkwasser und Plastikplanen zum Schutz vor Regen.

"Hagupit" traf am Samstagabend (Ortszeit) bei Dolores auf Samar mit Windgeschwindigkeiten von 175 bis 210 Kilometern in der Stunde auf Land. Das entspricht einer Kategorie 3 auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Skala. Er schwächte sich dann auf eine Kategorie zwei ab, mit 140 bis 170 Kilometern in der Stunde. "Haiyan" im vergangenen Jahr war schlimmer: Er war einer der mächtigsten Taifune, die je Land erreichten.

"Meine größte Sorge sind Überschwemmungen, weil der Taifun sich so langsam bewegt", sagte der Gouverneur der Provinz Albay, Joey Salceda, im Fernsehen. "Es könnte am Vulkan Mayon zu Erdrutschen kommen." Dort kamen 2006 mehr als 1200 Menschen ums Leben, nachdem sich nach heftigem Regen Erdmassen lösten und Dörfer unter sich begruben.

Zum Thema:
Im November 2013 zog "Haiyan" über die Philippinen hinweg und brachte mehr als 7000 Menschen den Tod. Mehr als 16 Millionen Menschen waren betroffen, rund 4 Millionen verloren ihr Zuhause. Der Gesamtschaden betrug nach Versicherungsangaben etwa 8,1 Milliarden Euro.