Vor allem in der Metropole New Orleans gab es gestern großes Aufatmen: Die Deiche hatten gehalten, der beim Auftreffen auf die Küste schon stark abgeschwächte Hurrikan brachte nicht wie "Katrina" 2005 verheerende Überschwemmungen mit sich. Damals waren 1800 Menschen in den Tod gerissen worden. "Wir sind nicht völlig über den Berg, aber ziemlich nah dran", sagte der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin. Heute sollen Geschäftsleute und Wirtschaftsunternehmen wieder in die Stadt zurückkehren können, morgen dann die evakuierten Bewohner.
Erst müssten zerstörte Stromleitungen wieder aufgebaut und umgefallene Bäume weggeräumt werden, bevor alle Bewohner zurückkehrten, sagte Nagin. Mehr als zwei Drittel aller Häuser der Stadt seien derzeit noch ohne Strom. Auch das Abwassersystem müsse in Ordnung gebracht werden. Gefahr drohe außerdem, weil einige Häuser von den starken Winden beschädigt worden seien und einstürzen könnten.
Bevor die rund zwei Millionen Flüchtlinge in die Küstenregionen zurückkehren, soll die Infrastruktur einigermaßen wiederhergestellt werden. "Ich möchte nicht, dass die Leute anfangen, sich falsche Hoffnungen zu machen. Wir wissen noch nicht, wie groß der Schaden ist", sagte Louisianas Gouverneur Bobby Jindal.
Insgesamt hat der Wirbelsturm nach Medienangaben sieben Menschen das Leben gekostet. Vier von ihnen kamen bei einem Verkehrsunfall im Bundesstaat Georgia ums Leben, als sie vor "Gustav" fliehen wollten.
Unterdessen steuert nach Berechnungen der Meteorologen der Sturm "Hanna" auf die US-Küste zwischen Florida und South Carolina zu. Darüber hinaus bewegt sich im Atlantik Tropensturm "Ike" auf die Karibikinseln zu. Die Meteorologen schließen nicht aus, dass auch er sich zum Hurrikan entwickeln könnte. Die schwindende Gefahr durch "Gustav" ließ gestern in den USA die Ölpreise sinken. Viele der US-Öl-Förderanlagen im Golf von Mexiko waren vorübergehend geräumt worden. (dpa/bw)