Ihm zur Seite stand von Beginn an Delf Gerlach, wie Krüger ein echter Uebigauer. Beide hatten das Hobby Motorrad vor längerer Zeit für sich entdeckt. Um auch Menschen in anderen Orten an ihrer Freude teilhaben zu lassen, nahmen beide an Sommerwochenenden einen erheblichen Stress auf sich. "Wir befestigten die Maschinen auf Autoanhängern und kutschierten diese in die umliegenden Orte, um sie unter anderem auf Dorffesten auszustellen”, erzählt Bernd Krüger. Allerdings blieb zu seinem Leidwesen dabei nicht aus, dass hin und wieder Motorräder Lackschäden bekamen oder aufgrund des regen Besucheransturms anderweitig beschädigt wurden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt fasste Krüger den Entschluss, die Maschinen nur noch auf dem heimischen Grundstück zur Schau zu stellen. An Besuchern sollte es auch hier nicht fehlen. Schließlich unterhält der 66-jährige gelernte Elektromonteur im Nebengewerbe eine Fahrradwerkstatt, die er von seinem Vater übernommen hat und die nach wie vor gut frequentiert wird.Verglichen mit dem heutigen Ausstellungsstand waren die Anfänge geradezu bescheiden. Den 20 Maschinen von damals stehen heute 80 Motorräder und 40 Fahrräder gegenüber. Allesamt historisch angehaucht. Um einen Platz in der Halle zu finden, gilt für jedes Exponat eine wichtige Maßgabe: Es muss in seinen aktiven Zeiten einmal auf den Straßen der ehemaligen DDR gerollt sein. Das grenzt zwar etwas ein, lässt aber noch immer eine enorme Vielfalt zu. "Die meisten Besucher glauben zunächst gar nicht, was hier so unterwegs war”, amüsiert sich Bernd Krüger. Die gegenwärtig größte Fraktion innerhalb der Ausstellung bildet die Marke Simson. Doch auch Jawa (CSSR), Pannonia (Ungarn), MZ, Russische Motorenwerke oder zahlreiche Exemplare der Motorroller "Berlin” lassen sich, allesamt dicht aneinander gereiht, entdecken. Knapp die Hälfte der Zweiräder befindet sich im privaten Besitz von Bernd Krüger und Delf Gerlach. Der andere Teil sind Leihgaben. Immer wieder wird Krüger heute gefragt, ob er noch Interesse an dieser oder jener Maschine habe. "Bevor etwas auf den Schrott geht und damit für immer verloren ist, übernehme ich es lieber”, sagt er. Fügt aber auch an, dass die große Sammelwut nachgelassen habe. Schließlich ist der Ausstellungsraum bereits jetzt bis an den Rand des Machbaren gefüllt. Zudem gilt es, das Hobby auch zu finanzieren. Nur vom Eintrittspreis, den Krüger und Gerlach auf die bescheidene Höhe von einem Euro fixiert haben, lassen sich keine großen Sprünge machen. Zumal die Restauration der Maschinen durchaus vierstellige Beträge erreichen kann. Ein Grund hierfür liegt in der Detailtreue, die Bernd Krüger einzuhalten versucht. Kompromisse, so der Uebigauer, lasse er nur im äußersten Notfall gelten.