Die 25-jährige Frau, die in Uebigau aufgewachsen ist, hat während eines Jahres in Neuseeland Lust auf mehr bekommen – mehr ferne Länder. Gleich nachdem sie das Abitur in der Tasche hatte ging es los. Die „Working holidays“, zu übersetzen mit Arbeiten und Ferien, waren so ganz nach ihrem Geschmack und bestens für eine schmale Geldbörse geeignet. „Schon dort in Neuseeland wurde mir klar, dass ich so etwas noch einmal machen möchte“, blickt Franziska zurück.

Also wurde während des nachfolgenden Biologiestudiums in Potsdam nicht nur für den erfolgreichen Abschluss gepauckt, sondern auch gejobbt und gespart. Und auch zusätzlich gelernt: Spanisch. „Ich hatte in Neuseeland Argentinier kennengelernt und fand die super freundlich und aufgeschlossen. Deshalb habe ich mir gesagt, dass ich diese netten Menschen unbedingt einmal besuchen muss. Also nicht unbedingt die gleichen, aber eben nach Argentinien reisen. An der Idee hat sie bis zum Ende des Studiums festgehalten und letztlich in die Tat umgesetzt.

Sogar mit einem Auftrag im Gepäck. „Für ein Museum in Görlitz sollte ich Moose und Flechten in Argentinien ausfindig machen“, berichtet die Uebigauerin. Für sie ein Leichtes, hatte sich doch das Thema ihrer Abschlussarbeit mit Flechten und Moosen beschäftigt. „Irgendwie kann ich seitdem auch gar nicht mehr von diesen Pflanzen lassen. Ich muss immer nach ihnen Ausschau halten. Egal wo ich bin. Es war sehr interessant, nach ihnen auch in Südamerika zu suchen“, so die Biologin.

Und sogar auf der antarktischen Halbinsel hat sie welche gefunden. Dass sie dorthin kam, verdankt sie einem Zufall. Als sie Weihnachten bei einer Familie in Feuerland Unterschlupf gefunden hatte, vermittelte diese ihm Kontakt zu einem Kapitän, der Mitfahrer suchte. Gemeinsam mit ihm und zwei weiteren Weltentdeckern machte sie sich kurz darauf auf den Weg. Eine wahrhaft abenteuerliche Reise, die nur Wenigen vergönnt ist zu erleben, begann. „Es war da draußen auf offener See manchmal ganz schön ungemütlich, aber wir waren nie in kritischen Situationen“, blickt Franziska zurück, die es liebt, im Freien und in Bewegung zu sein.

Freunde kennen sie nicht anders: fahrradfahrend, reitend, zwischendurch auch gern mal ein gutes Buch lesend oder Musik hörend. „Eben solche Dinge, die alle Jugendlichen gern machen. Eigentlich nichts Besonderes“, zeigt sie sich bescheiden. Woher dieses Fernweh komme, könne sie sich selbst nicht erklären. Urlaub mit der Familie in den Ferien habe natürlich dazugehört, aber keine Fernreisen. „Vielleicht hat mein großer Bruder daran Anteil“, denkt sie nach. Stefan, vier Jahre älter als sie, lebt und arbeitet seit mehreren Jahren in Norwegen als Physiker. „In Neuseeland sind wir eine Zeit zusammen gereist. Und jetzt überlegt er, ob er nicht auch einmal so eine Segeltour unternehmen sollte. Er ist nämlich auch sehr reiselustig“, schätzt sie ein.

Wohin es als Nächstes gehen soll, steht noch nicht fest. Franziska möchte auf jeden Fall wieder auf Tour gehen. In wenigen Tagen beginnt die intensive Reisevorbereitung. „Ich will in Potsdam an der Uni verschiedene Sprachen lernen“, sagt sie. „Biologie, Reisen und Sprachen, das alles liegt mir sehr – und das passt auch prima zusammen.“

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Gut zu wissenÜber ihre Erlebnisse in der Antarktis berichtet Franziska Pauliuk am 12. Oktober ab 19 Uhr im Falkenberger Haus des Gastes und am 19. Oktober ab 19 Uhr in der Uebigauer Schlossherberge. Zahlreiche Fotos lassen ihren Bericht nacherlebbar werden. Der Eintritt kostet jeweils drei Euro pro Person.