Der tritt nach einem sehr umfangreichen Tutorial direkt in die Fußstapfen seines Vaters und übernimmt die Rolle des Pathfinders. Dem fällt im neuesten Teil der Science Fiction Rollenspielsaga keine geringere Aufgabe zu, als die Erkundung neuer lebensfähiger Planeten im System Andromeda, mitsamt seiner kleinen und großen Konflikte.

Der Rollenspieler wird am Beginn förmlich erschlagen von der Fülle an Möglichkeiten in Form von klassischem Crafting, Kommunikation und Forschung. Fast jeder NPC (Non-Player-Character) hält Gesprächsfetzen für uns bereit, mal mehr, mal weniger wichtig. Daraus ergeben sich diverse Haupt-und Nebenaufgaben, die uns im weiteren Spielverlauf auf fremde Planeten führen. Dort nehmen wir Erstkontakt mit fremden Spezies auf und bereiten die Planeten für eine mögliche Neubesiedelung vor. Mass-Effect-typisch können wir in den Dialogen verschiedene Antwortmöglichkeiten wählen, diesmal jeweils vier an der Zahl, die auch direkten Einfluss auf die weitere Beziehung der einzelnen NPCs zu uns haben.

Schnell lernen wir dann auch die Kett als Feinde des neuen Universums kennen. Dieser bösen Alienspezies stellen wir uns mit einem beachtlichen Waffenarsenal entgegen. Dieses will aber zuerst erforscht, entdeckt oder entwickelt werden. Allein die vielen Beschaffungsaufträge und Nebenaufgaben halten den Spieler stundenlang auf Trab, sodass die eigentliche Mission manchmal in Vergessenheit gerät.

Die im Vorfeld heiß diskutierte Open-World-Version hat es dann doch nicht ganz in das fertige Spiel geschafft. Insgesamt können sechs Planeten direkt erkundet und besiedelt werden. Aus Sicht der RUNDSCHAU ist dies auch völlig ausreichend, da die Planeten sehr groß und selbst auch mit vielen Sammel- und Nebenmissionen gespickt sind. Für die Fortbewegung auf den Planeten steht uns der Nomad - eine Art Geländefahrzeug - zur Verfügung, den wir natürlich neben unseren eigenen Fähigkeiten auch für das entsprechende Umfeld spezifizieren können. Denn die Planeten selbst unterscheiden sich sehr. Mal bewegen wir uns auf einem glühend heißen Wüstenstern, nur um kurz darauf durch frostige Umgebungen zu stromern. Grafisch auf einem sehr guten Niveau, Besitzer der PS4 Pro profitieren gar von einer sehr hohen Auflösung, die UHD optimiert ist. Da stören auch die häufig kritisierten, steifen Gesichtsanimationen wenig.

Anfänger und Rollenspielneulinge sollten sich Zeit nehmen und die Flinte nicht allzu schnell ins Korn werfen. Mass Effect Andromeda entfaltet erst nach etwa zehn Spielstunden sein volles Potenzial, bis dahin sind auch dem letztem blutigen Anfänger alle Steuerungsoptionen in Fleisch und Blut übergegangen.

Einen Multiplayer gibt es auch, die Karten sind recht nett anzuschauen, aber im Kern trägt sich das Spiel über seinen toll präsentierten Singleplayer-Part.

Den Stern Abzug gibt es allein aufgrund des überbordeten, zähen Einstiegs, kleiner Kontrollprobleme beim Deckungssystem und der teilweise starren Animationen in den Dialogen.

- Das Spiel ist für Xbox One, Playstation 4 und PC erhältlich. - Ab 59 Euro gibt es das Rollen- spiel von Bioware zu kaufen.- Das Spiel ist ab 16 Jahren freigegeben.

Im Internet:

www.masseffect.com

Alle Tests:

www.lr-online.de/games